Diese Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen zu ermöglichen.
Mit der Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden. Alle Details finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

2. Dezember 2015

Nepal: Winter in den Trümmern

Auch mehr als sechs Monate nach dem Beben leben in Nepal viele Menschen In Wellblechhütten und in Behausungen, die nur notdürftig mit Planen abgedeckt sind. Das war in der Regenzeit hart, weil Wasser und Feuchtigkeit eindrangen. Und das wird jetzt im Winter noch härter, weil die Notunterkünfte kaum Schutz vor Kälte und Schnee bieten.

Angst vor der Kälte

„Der Fußboden wird nass“, sagt Sita Neupane (25). Sie fürchtet die eisigen und windigen Wintermonate. „Ich habe Angst, dass meine kleine Tochter Juliet in der Kälte krank wird.“

Das Erdbeben hat fast 900.000 Häuser beschädigt, fast 600.000 wurden komplett zerstört. Viele BewohnerInnen wissen nicht, wie sie ihre Häuser je wieder aufbauen sollen. „Für stabile Häuser aus Beton haben wir kein Geld“, sagt Tika Maya Thapa (51). Sie glaubt nun, dass eine Unterkunft aus Wellblech wohl oder übel ihr Zuhause bleiben wird.

Nicht genug Vorräte für den Winter

Der Monsun war heuer schwächer als die Jahre zuvor. Es regnete deutlich weniger. Für die zehntausenden Menschen in den Notunterkünften war das gut, aber nicht für die Landwirtschaft und auch nicht für die Versorgung mit Lebensmitteln. „Ich mache mir Sorgen, dass ich dieses Jahr kein einziges Reiskorn ernten werde“, sagt Rana Kumari. Ihre Reisfelder bekamen nicht genug Wasser. In ihrem Dorf Mulpani drohen Ernteausfälle. „Wir werden nicht genug Vorräte für den Winter haben“, befürchtet die Bäuerin.

Die Kinder leiden seit dem Erdbeben besonders. Viele haben Eltern, Geschwister oder andere enge Angehörige verloren. Die Naturkatastrophe hat die Existenz vieler Familien vernichtet. Sie wissen nicht, wie sie für die Kinder sorgen sollen. Durkesh Koirala (6)  durchsucht die Trümmer des Hauses, das einst sein Zuhause war. Er hofft auf Fundstücke, mit denen er und seine Freunde spielen können.

Sorgen um die Zukunft der Kinder

Shyam Pariyar muss Geld für seine kleinen Enkelkinder verdienen. Er ist Schneider von Beruf. Im Erdbeben wurde seine Nähmaschine in seinem eingestürzten Haus verschüttet. Mit finanzieller Unterstützung der Regierung hat er eine neue Nähmaschine gekauft. Aber er macht sich Sorgen um die Zukunft seiner Enkel. „Ich bin alt und meine Augen werden schwach. Ich weiß nicht, wie ich die Kinder unter diesen Bedingungen aufziehen soll.“

Unbeschwerte Kindheit kennen Kinder wie Sameer Nepali (12) nicht. Er steht um 4 Uhr morgens auf und bringt die Ziegen der Familie in den Wald, damit sie weiden können. Zwei Stunden müssen die Tiere fressen. Danach bringt Sameer sie zurück in den Stall und macht sich auf in die Schule. Nach dem Unterricht hilft er seinem Vater in dem kleinen Laden, den die Familie betreibt.

„Nicht nur Ärzte retten Leben“

Für Hilfsorganisationen wie CARE ist es eine Herausforderung, Hilfe in die vielen entlegenen Dörfer Nepals zu bringen. In die Bergregionen führen oft nur schmale Straßen mit vielen Serpentinen. Wenn es regnet, bleiben Lastwagen im Schlamm stecken. Verschütten Erdrutsche die Straßen, sind Dörfer von der Außenwelt abgeschnitten. Doch selbst bei guten Verhältnissen ist der Transport von Menschen und Gütern schwierig. Busse sind meist die einzige Verbindung in benachbarte Dörfer oder Städte.

„Es sind nicht nur Ärzte, die Leben retten. Wir Busfahrer tun das auch“, sagt Fahrer Kumar Tamang. Wenn Schlamm die Straßen verlegt, dauert es mehr als 3,5 Stunden, um eine Strecke von 35 Kilometern zurückzulegen. Für Kumar Tamang ist das normal. „Wir fahren fast jeden Tag unter solchen Bedingungen. Die Straßen sind sehr gefährlich. Wenn der Bus abrutscht, fällt er in die Schlucht. Ich muss vorsichtig fahren, denn das Leben der Menschen in meinem Bus hängt von Fahrern wie mir ab“, sagt er.

Bitte helfen Sie den Menschen in Nepal!
Mit Ihrer Spende sorgen sie dafür, dass sie über den Winter kommen.

CARE konnte bereits 130.000 Menschen unterstützen. Doch beim Wiederaufbau wird weiter dringend Hilfe gebraucht. Viele Menschen leben nach der Zerstörung ihrer Häuser auch mehr als ein halbes Jahr nach dem Erdbeben noch in Notunterkünften. Im Monsun konnten sie sich kaum vor dem Regen schützen. Jetzt steht ein harter Winter bevor. CARE will in den nächsten Monaten 100.000 Menschen in Nepal helfen. Dafür brauchen wir Ihre Hilfe. Bitte spenden Sie für Nepal!

„Nach dem Erdbeben habe ich zehn Tage auf Feldern geschlafen.“ Jetzt wohnt Shyam Pariyar (70) in einer Notunterkunft. Er hat sie selbst gebaut. Von CARE hat er Wellblech und Baumaterial bekommen.

zurück zur Übersicht