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9. November 2015

Nepal: „Latrinen halten unser Dorf sauber“

Sunita Tamang wohnt in Sindhupalchowk. Das ist einer der Bezirke, die schwer vom Erdbeben im April betroffen waren. 

Sunita ist stolz darauf, dass sich einige Mitglieder aus ihrem Dorf aktiv dafür eingesetzt haben, dass ihr Dorf zu einer „fäkalienfreien Zone“ erklärt wird. Sie ist froh, dass sich die Menschen in ihrem Dorf der Bedeutung von ordentlicher Abwasserentsorgung und Hygiene bewusst sind. Dennoch bereiten ihr die sanitären Zustände in ihrem Dorf Sorgen. Die meisten Toiletten wurden durch das verheerende Erdbeben zerstört. Fast alle Gebäude liegen in Schutt und Trümmern.

„Beinahe jeder in diesem Dorf hat sein Haus verloren. Die Menschen haben keinen Zugang zu Toiletten, wenn die Natur ruft“, sagt Sunita. „Die Leute haben begonnen, ihre Notdurft im Freien zu verrichten. Sie haben keine andere Wahl.“

 

Als sie sich ihren Weg durch die Trümmer ihres zerstörten Hauses bahnt, zeigt sie uns die Stelle, wo früher eine Toilette war. „Die Menschen in diesem Dorf haben eine erhebliche Menge an Geld investiert, um Toiletten zu bauen. Wir wollten unser Dorf sauber und hygienisch halten“, erzählt sie.

Doch Sunita ist nicht nur wegen der hygienischen Zustände besorgt: nachts hat sie Angst zur Toilette zu gehen, weil wilde Tiere durch das Dorf streunen. Diese bedrohen ihre Familie und ihr Vieh:

„Ich habe in der Nacht schon Schlangen und Leoparden gesehen. Die meisten Menschen gehen in den Dschungel, wenn sie zur Toilette müssen. Das ist wegen der Wildtiere aber sehr gefährlich„, sagt sie.

Zusätzlich ist das Risiko, sich mit Krankheiten anzustecken, die über verunreinigtes Wasser übertragen werden, durch das Erdbeben und das Einsetzen der Regenzeit um einiges höher geworden. Daher ist es umso wichtiger, dass die Menschen in den Dörfern ihren Darm nicht im Freien entleeren: Das birgt die Gefahr, dass sich menschliche Fäkalien mit dem Trinkwasser vermischen – und das führt zum Ausbruch von Seuchen und Krankheiten.

Mit Unterstützung der Europäischen Union versorgt CARE Familien wie jene von Sunita mit Latrinen, um das Krankheitsrisiko gering zu halten. Außerdem bietet CARE spezielle Schulungen über richtige Hygiene und sanitäre Belange an.

Auch Sunita hat eine Latrine von CARE bekommen: „Das war sehr hilfreich für uns. Jetzt müssen wir nicht mehr hinaus ins Freie.“ Sie hält ihre Toilette penibel sauber und sorgt auch dafür, dass andere Menschen die Toilette reinigen, nachdem sie sie benutzt haben.

Weitere Informationen zum Projekt gibt es hier.

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