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4. Februar 2015

Nepal: Eine mutige Rettung

Schwere Regenfälle gingen Mitte August 2014 in 43 Bezirken in Nepal nieder. Der langandauernde und massive Regen am 15. August 2014 führte in Westnepal zu schweren Hochwassern, Erdrutschen und Überschwemmungen. Diese Unwetter raubten den Menschen nicht nur den Großteil ihres Besitzes und ihre Lebensgrundlagen, sondern auch zahlreiche Menschenleben. Viele BewohnerInnen wurden vermisst oder schwer verletzt. In diesem Chaos schaffte Kalika Gharti es, sich selbst und vier Kindern das Leben zu retten.

Kalika lebt in Rampur Tappu, im westlichen Teil Nepals, mit ihren zwei Kindern, einem Sohn und einer Tochter. Ihr Ehemann arbeitete in Indien, um den Lebensunterhalt für die Familie zu verdienen. Sie lebten sehr glücklich in ihrem Dorf bis das Hochwasser kam.

Glück im Unglück: Ein Baum bietet Rettung

Plötzlich überschwemmte ein sintflutartiger Regen das Dorf und die Menschen versuchten sich in Sicherheit zu bringen. Mitten in diesem Chaos suchte Kalika nach einem Unterschlupf, wo sie sich und ihre Kinder in Sicherheit bringen konnte. „Ich dachte, das Dach wäre ein sicherer Platz, um mich und meine Kinder vor den Überschwemmungen zu retten. Während ich versuchte, uns dorthin zu bringen, hörte ich die beiden Nachbarskinder um Hilfe schreien. Ohne zu zögern, brachte ich sie auch auf das Dach“, erzählte Kalika.

Unglücklicherweise wurden sie nach kürzester Zeit durch einen Flutwelle weggespült. „Wir hatten Glück im Unglück, da wir an einem Baum vorbeigespült wurden, an dem ich mich festhalten konnte. Schnell band ich mein Baby mit einem Tuch an meinen Rücken und hob die anderen Kinder auf drei Äste. Nachdem ich auf den Baum geklettert war, waren alle Kinder in Sicherheit. Später suchten noch acht weitere Personen Schutz in diesem Baum. Leider konnte ich ein Mädchen nicht mehr retten, da ich schon vier Kinder festhalten musste“, schilderte Kalika die dramatischen Stunden. Es dauerte mehr als 25 Stunden, bis jemand kam, um sie zu retten.

Nach der anfänglichen Hektik wusste keiner mehr, wohin man gehen und wie man in den nächsten Tagen überleben sollte. „Diese 25 Stunden waren furchtbar. Ich hatte Angst davor, einzuschlafen, oder meine Augen nur für eine Sekunde zu schließen, weil dann eines der Kinder in den Fluss hätte stürzen können. Sogar die Schlangen kamen den Baum rauf, um sich vor den Fluten in Sicherheit zu bringen. Gott sei dank, taten uns die Schlangen nichts“, erzählte Kalika. Nur wenige Menschen können während einer derartigen Katastrophe so mutig sein wie Kalika. Jedoch glaubt sie, dass sie mehr hätte tun können. „Ich bin zwar stolz darauf, dass ich nicht nur meine Kinder, sondern auch die Kinder meiner Nachbarin retten konnte. Aber leider konnte ich das Leben ihrer Mutter nicht retten. Das bedauere ich sehr.“

„Ich bin CARE sehr dankbar, da ich nun ein Dach über dem Kopf habe“

Nach 25 Stunden kam endlich ein Rettungsteam und brachte sie in Sicherheit. Das Notfallteam versorgte sie mit Nahrungsmitteln und Soforthilfe. „Ich verlor alles in diesem Hochwasser“, erzählt Kalika verzweifelt. Doch durch die Unterstützung des European Commission’s Humanitarian Aid and Civil Protection department (/strong> sowie CARE Nepal und dem Roten Kreuz in Nepal (CS) hat sie wieder Hoffnung. „Ich habe eine vorübergehende Unterkunft und einige Gegenstände für, den Haushalt bekommen, was eine große Hilfe war. Ich bin CARE sehr dankbar, da ich nun ein Dach über dem Kopf, Kleidung und Geschirr zum Kochen habe,“ sagt Kalika. Sie hat Nothilfegüter wie Seifen, Moskitonetze, Taschenlampen, Unterwäsche, Eimer, Becher und Matratzen erhalten.

Obwohl das Einkommen ihres Mannes in Indien die einzige Einnahmequelle der Familie war, kam ihr Mann nach dem Hochwasser wieder zu seiner Familie zurück, um bei ihnen zu leben. Kalika und all die anderen von der Überschwemmung Betroffenen wollen nicht mehr in ihre Heimat nach Rampur Tappu zurück, die nach der Überschwemmung mit Sand bedeckt ist. Aber sie haben die Hoffnung, dass die Regierung sie in einem sicheren Gebiet wiederansiedelt. Kalika meint optimistisch: „Ich hoffe, wir werden wieder so glücklich wie in unserer alten Heimat sein.“

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