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24. April 2017

Mutternacht: Initiative zur Senkung von Müttersterblichkeit

Foto aus dem Film "I am Nojoom, Age 10 and Divorced"

Jedes Jahr sterben weltweit 287.000 Frauen und Mädchen wegen Komplikationen bei Schwangerschaft oder Geburt – 99 Prozent von ihnen in Ländern des globalen Südens. Daher wurde 2010 in Österreich die Plattform Mutternacht ins Leben gerufen. Sie ist ein Zusammenschlussvon Organisationen und AkteurInnen, die sich für die Verbesserung der Müttergesundheit in Entwicklungsländern einsetzen. Die Mutternacht wird jedes Jahr im Vorfeld des Muttertages begangen.

Dieses Jahr liegt der thematische Schwerpunkt auf Kinderehen.

Mutternacht Filmabend am Donnerstag, 11. Mai von 17.00 bis 19.30 Uhr

Film: „I am Nojoom, Age 10 and Divorced“

Urania Kino, Uraniastr. 1, 1010 Wien
Reservierungen bitte unter: http://bit.ly/2or9nuw
Eintritt frei!

Jährlich werden 15 Millionen Mädchen vor dem 18 Lebensjahr verheiratet, fast immer gegen deren Willen. Die Konsequenzen sind schlechtere Chancen auf Bildung, Gesundheitsrisiken und Störungen in deren Entwicklung. Die größte Gefahr ist eine Schwangerschaft. Bis vor wenigen Jahren war die Haupttodesursache von15-19 Jährigen Mädchen im globalen Süden Komplikationen bei Schwangerschaft und Geburt. Diese wurde vom Selbstmord abgelöst.

Im Anschluss an den Film folgt ein Publikumsgespräch mit Petra Bayr (Gründerin der Plattform Mutternacht und SP-Bereichssprecherin für globale Entwicklung), Barbara Wagner (Amnesty International Österreich Netzwerk Frauenrechte) und Julia Rainer (Sprecherin des
Frauenkomitees der Bundesjugendvertretung) statt.

Mehr zum Film: “I Am Nojoom, Age 10 and Divorced”
Khadija Al-Salami, Spielfilm, 96 Min, Arabische Originalversion m. englischen Untertiteln

Allein die Bezeichnung ist ein Skandal: „Kinderbraut“. Als ob hier jemals ein freiwilliges Jawort gegeben worden wäre. Basierend auf Tatsachen erzählt die Dokumentarfilmerin Khadija Al-Salami in ihrem Spielfilm von einem Mädchen aus dem Jemen (Reham Mohammed), das von ihren Eltern zwangsverheiratet und vom Mann missbraucht wird und schließlich vor dem Richter die Scheidung verlangt. Die Filmemacherin selbst wurde bei Nojoom (der Name wurde für den Film geändert) vorstellig: Sie musste als Elfjährige dasselbe Schicksal erleiden. Sie drehte vor Ort im Jemen unter extremen Bedingungen (der Inhalt des Films musste geheim gehalten werden) eine Geschichte von Unbeugsamkeit und Mut.
Muhr Award for Best Arab Film 2014

Die österreichische Plattform Mutternacht fordert:

• Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte von Mädchen und Frauen
• Kostenlose und adäquate Versorgung von werdenden Müttern
• Möglichkeiten für Frauen, selbst über die Anzahl und den Zeitpunkt ihrer Nachkommen zu entscheiden und dabei nicht in die Illegalität getrieben zu werden
• Weltweites Verbot von Kinderehen, genitaler Verstümmelung sowie anderer gefährlicher Praktiken
• Bildung und Stärkung der Position von Mädchen und Frauen

Wir möchten alle in Österreich lebenden Menschen aufrufen, an der Erfüllung dieser Ziele mitzuwirken, indem sie unser Anliegen weitertragen und die Aktivitäten der Plattform österreichische Initiative Mutternacht unterstützen.

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