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29. Mai 2018

Mosambik: Wie Megafone Leben retten

Zyklone, Starkregen, heftige Stürme. Für die BewohnerInnen Mossurils an der Nordküste Mosambiks ist die damit verbundene Zerstörung nicht neu: Straßen werden unpassierbar, Brücken und Häuser beschädigt, Menschen sterben, viele werden obdachlos.

Mit der Einführung eines Frühwarnsystems soll die Lage nun besser werden. CARE und das Nationale Institut für Katastrophenmanagement in Mosambik haben das neue System in bisher drei Distrikten pilotiert.

CARE unterstützt die Einführung eines Frühwarnsystems für Zyklone in Mosambik.

„Ich bin dafür verantwortlich, mit einem Megafon Alarm zu schlagen“, erzählt Ramadane. Sie ist so etwas wie das personifizierte Frühwarnsystem ihrer Gemeinde. „Wenn das Megafon ertönt, wissen die Leute, ein Sturm oder Unwetter ist im Anmarsch.“ Die Bauern und Fischer werden aufgefordert, zu Hause zu bleiben. Außerdem hisst Ramadane gut sichtbar Flaggen, damit wirklich jeder weiß, dass starke Regenfälle oder Sturm bevorstehen und sich in Sicherheit bringen kann.

Alle Gemeinden haben nun Komitees für Katastrophenmanagement, deren Mitglieder Trainings zur Evakuierung im Notfall und Identifizierung von sicheren Plätzen absolvieren. „Die Leute müssen wissen, wohin sie im Notfall gehen und wie sie sich verhalten sollen“, berichtet sie weiter. „Während des Trainings haben wir geeignete Evakuierungsorte identifiziert.“

Zusätzlich wurden Schwimmwesten, Seile und Erste-Hilfe-Kästen verteilt. Im Katastrophenfall informiert das Nationale Institut für Katastrophenmanagement die Mitglieder der Komitees per SMS über die jeweilige Warnstufe: blau bedeutet, dass innerhalb der nächsten 48 Stunden mit Überflutungen zu rechnen ist, gelb 24 und rot 6 Stunden. CARE hat die Komitees deshalb mit Mobiltelefonen ausgerüstet.

Die Mitglieder des Komitees werden von der Regierung über die Warnstufe informiert. Diese Information leiten sie an die gesamte Gemeinde weiter.

Die richtige Vorbereitung rettet Leben
Ein wesentlicher Bestandteil des von der Europäischen Union unterstützten Projekts ist auch die Vorbereitung auf den Katastrophenfall, um die Risiken und Schäden möglichst gering zu halten.

„Früher haben wir nur mit Holz und Lehm gebaut. Bei starkem Regen waren unsere Häuser sofort zerstört“, berichtet Levane. „Jetzt verwenden wir gebrannte Ziegel und verstärken die Häuser mit Holz, das hält besser.“

Doch es geht vor allem auch darum, die Bevölkerung über das richtige Verhalten im Katastrophenfall zu informieren. „Wir sind immer zu Hause geblieben während der Unwetter, in dem Glauben, dass unser Haus nicht zerstört werden würde. Wenn ich jetzt das Megafon höre, packe ich meine Familie zusammen, nehme ein paar Kleider und unsere Dokumente und laufe zur Moschee. Laut Komitee ist sie der sicherste Ort.“

Die Regenzeit ist in Mosambik, einem der am stärksten von Zyklonen und Stürmen betroffenen Länder der Welt, für viele mit Angst und Ungewissheit verbunden. Nicht zu wissen, wann der Regen kommt, der möglicherweise die gesamte Existenz vernichtet, ist eine schwere Belastung.

Doch dieses Jahr war alles anders: als heftige Regenfälle und Stürme auf die Pilotdistrikte zukamen, waren die Menschen vorbereitet und die Komitees lösten das Frühwarnsystem aus. Ein kleiner Schritt in Richtung Veränderung – und mehr Sicherheit.

Mehr Informationen über dieses Projekt finden Sie hier.

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