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21. Juli 2017

Menstruation und andere Tabus: CARE unterstützt junge Frauen in Kenia

Lucy Achieng in Kisumu in Kenia. Foto:CARE

Lucy Achieng (Foto oben) kann sich noch gut daran erinnern, als sie zum ersten Mal ihre Periode bekam: „Ich war gerade in der Schule, als eine Freundin mir ins Ohr flüsterte: ‚Was ist mit deinem Kleid passiert? Es ist schmutzig!’“ Die Zwölfjährige rannte auf die Toilette und weinte verzweifelt. „Ich hatte große Angst. Einige meiner Freundinnen wurden wegen ihrer Menstruation aus der Schule genommen. Ich wusste einfach nicht wie ich damit umgehen sollte.“

Als Lucy noch ein Baby war, entfloh ihre Mutter einer gewalttätigen Ehe und überließ Lucy einer Pflegefamilie. Die neue Familie erklärte sich bereit, für die Bildung des kleinen Mädchens aufzukommen. Im Gegenzug musste sich Lucys Mutter um die gebrechlichen Eltern der Pflegefamilie kümmern. Dennoch wurde Lucy in ihrem neuen Zuhause wie eine Fremde behandelt. Niemand sprach mit ihr darüber, wie es ist, als Frau heranzuwachsen. Nach wie vor gilt es in der kenianischen Gesellschaft als Tabu, offen über Sexualität zu sprechen.

Heute nimmt Lucy an einer der Unterstützungsgruppen für Mädchen teil, die CARE ins Leben gerufen hat! In diesen Gruppen können die jungen Mädchen mit ausgebildeten SozialarbeiterInnen (Community Health Volunteers) über intime Fragen, wie eben ihre Menstruation, sprechen, über die sie sonst nicht reden hätten können. Dieses Projekt ist ein Teil des “Kisumu Integrated Family Health Projects” in Kisumu, einem der ärmsten Bundesstaaten in Kenia.

In dieser Gruppe lernte Lucy, wie man Binden wechselt und dass Unregelmäßigkeiten sowie starke Blutungen oder anhaltende Krämpfe beobachtet werden müssen. „Der interessanteste Teil des Trainings war für mich zu erfahren, wie ich die Binde an meiner Unterhose fixiere. Ohne die Unterstützung, die ich in der Gruppe bekommen habe, hätte ich es bestimmt nicht so gemacht,“ erzählt Lucy.

Dieser Erkenntnisgewinn in den Gruppen hat jedoch noch einen weitaus größeren Nebeneffekt: Denn in dem Kisumu-Projekt geht es vor allem um Mütter- und Kindergesundheit, um die richtige und gesunde Ernährung von Neugeborenen, um Familienplanung und sexuell reproduktive Rechte.

Das Projekt erreicht 15.000 Jugendliche. In unterschiedlichen Gruppen können sich die Jugendlichen durch erfahrene und ausgebildete SozialarbeiterInnen über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte, Familienplanung sowie gesunde Ernährung von Müttern und Kindern informieren.

Mehr Infos zu den Projekten in Kenia finden Sie unter:  https://www.care.at/kenya-dossier/

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