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16. Februar 2015

Malawi: Wenn die Tradition Zuflucht bietet

Schon vor der zerstörerischen Überschwemmung hatte Aida Marko (aus dem Dorf Chawanje mehr als genügend Sorgen. Der Verlust ihres Hauses und, der vielversprechenden Ernte verschlechterte die Situation zusätzlich.

Aida ist eine geschiedene, alleinerziehende Mutter von sieben Kindern. Sie hat kein sicheres Einkommen und verdient Geld durch die Arbeit auf Feldern von anderen. Der erstgeborene Sohn geht in die Hauptschule in Bwanje, 12 Kilometer weg von zuhause. Fünf Kinder sind in der Grundschule und das letztgeborene ist noch zu klein, um die Schule zu besuchen.
Bevor Aidas Mann sie verließ, baute er ein Haus, in welchem Aida und ihre Kinder wohnen konnten. Aber durch die starken Regenfälle, welche zu Überschwemmungen in weiten Teilen von Malawi führten, wurde das Haus wieder zerstört.

Glücklicherweise waren Aida und ihre Kinder nicht im dem Haus, als es zusammenbrach – es stürzte vor ihren Augen zusammen. Als die Feuchtigkeit die Wände des strohbedeckten Lehmhauses durchtränkten, riet ihr ein Freund, das Haus zu verlassen, da er bemerkte, dass es kurz vor dem Zusammenbruch war. Sie hörte auf seinen Rat, da zwei Tage zuvor 250 Meter entfernt das Haus einer 70-jährigen Witwe namens Nameletsa Bisiwasi eingestürzt war.

„Wir übersiedelten in das Jungenquartier meines ältesten Sohnes, der eine Internatsschule besucht. Es ist ein kleines Haus für eine Person, ohne Schlafzimmer. Das ist das Haus, in dem ich und meine Kinder nun leben, “ erklärt sie uns.

Mphala: Eine Tradition lindert die Notlage der Familie

In den Dörfern ziehen die erwachsenen Jungen bei ihren Eltern aus, um in der Nähe in ein eigenes kleines Haus, das Mphala genannt wird, zu ziehen. Solche Häuser sind grundsätzlich nicht für große Familien wie die von Aida gebaut. Diese Tradition wird immer seltener, aber Aidas Familie hat sie beibehalten und dieses kleine Haus wurde ein Zufluchtsort in gefährlichen Zeiten. Das Jungenquartier, das Aida und ihre Kinder nun bewohnen, ist das Haus, das Aida normalerweise nie betritt. Es ist ungewöhnlich für Mutter, das Jungenquartier zu betreten, außer in Notfällen. Die diesjährige Überschwemmung ist der größte Notfall, den Aida je erlebt hat. „Jetzt ist meine größte Sorge, dass wir nirgends wohnen können, wenn mein Sohn in den Ferien zurückkommt. Er könnte uns schon in dem Haus wohnen lassen, aber wo wird er dann bleiben?“ fragt sie sich.

Zusätzlich zu dem Verlust ihres Hauses verschonte die Überschwemmung auch Aidas Maisfeld nicht. Das Feld, das die Hauptnahrungsquelle der Familie war, ist nicht mehr schön anzusehen – flachgedrückte Furchen, freiliegende Wurzeln, der größte Teil der Ernte wurde weggespült. Ihre Lebensgrundlagen wurden weggespült – nicht nur ihr eigenes Feld ist ruiniert, sondern auch die der Bauern, wo sie normalerweise arbeitet.

„Während der Erntezeit arbeiten wir alle, um Geld zu verdienen. Aber nun suchen nicht viele Menschen LandarbeiterInnen, da sie ihre Ernten durch die Überschwemmung verloren haben. Das wenige Geld, das wir durch die Akkordarbeit auf den Feldern von anderen verdienen, verwendeten wir, um Essen zu kaufen, “ sagt Aida.

Im Moment haben Aida und ihre Kinder genügend Essen auf dem Tisch. Sie erhalten Nahrungsmittel für die nächsten eineinhalb Monate von CARE in Malawi. Die Lebensmittel sind Teil des Nothilfeprogramms nach den Fluten, das vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (koordiniert wird.

Die Herausforderung für Aida wird nun sein, die Verluste des Hauses und der Ernte zu decken. Auch wenn sie kurzfristig mit Essen versorgt ist, benötigt sie langfristig Nahrungsmittel und ein Dach über dem Kopf für sich und ihre Kinder. CARE wird bald mit der Verteilung von Bepflanzungsmaterial wie Süßkartoffelreben und Maniokstrauchschnitt an die von der Überschwemmung betroffenen Familien beginnen. Auch Aida wird davon profitieren, um ihre Notlage langsam wieder zu mindern.

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