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2. Juli 2018

Flucht aus dem Kongo: „Jede Frau dort hat sexuelle Gewalt erlebt“

Frauen aus dem Kongo suchen Schutz in Uganda. Foto: Jennifer Bose/CARE

„Jede Frau, mit der ich im Lager gesprochen habe, hat sexuelle Gewalt selbst erlebt oder war Zeugin davon“, berichtet Jennifer Bose mit ernstem Gesicht. Als Reporterin für Nothilfe hat sie zwei Wochen im Flüchtlingslager in Uganda verbracht. So beschreibt sie dem Team von CARE Österreich ihre Eindrücke:

Sexuelle Gewalt

Sexuelle Übergriffe sind für kongolesische Frauen offenbar fast zur Normalität geworden. „Es hat mich überrascht, mit welcher Gelassenheit die Frauen über das Thema sprechen. Als hätten sie das Trauma längst überwunden“, sagt Jennifer Bose. 

Der Bürgerkrieg in der Demokratischen Republik Kongo dauert nun schon Jahrzehnte. Immer wieder führen Konflikte zu Gewalttaten. Viele BewohnerInnen sehen sich gezwungen, ihr Zuhause binnen Minuten aufzugeben. Oft müssen sie ihr gesamtes Hab und Gut zurücklassen. Im Februar 2018 gab es den jüngsten Ausbruch an Gewalt.

Gefährliche Flucht

Bis vor wenigen Wochen flohen täglich Hunderte Menschen über den Albertsee nach Uganda. Mittlerweile befinden sich mehr als 285.000 KongolesInnen im Nachbarland, das auch viele Flüchtlinge aus dem Südsudan aufgenommen hat.

Vor allem Frauen und Mädchen sind auf der Flucht der Gefahr von sexueller Gewalt ausgesetzt. Auch jetzt, im Flüchtlingslager, gibt es immer wieder Fälle von sexuellen Übergriffen. Die Frauen fühlen sich nicht sicher, weil es keine getrennten sanitären Einrichtungen gibt. Zudem können Duschen und Toiletten nicht versperrt werden.

CARE klärt Frauen und Mädchen über sexuelle Gewalt und ihre Rechte auf. In Gruppendiskussionen sprechen sie mit CARE-NothelferInnen über ihre Erlebnisse und über Möglichkeiten, sich zur Wehr zu setzen.

Vergessene Krise

Für die Krise im Kongo gibt es nur wenig mediale Aufmerksamkeit. Die Finanzierung reicht nicht aus, um den riesigen Bedarf an Hilfe zu decken. Obwohl im Flüchtlingslager jeden Monat Essensrationen verteilt werden, hungern viele Menschen. Es gibt für sie einfach nicht ausreichend Nahrung. Vor allem für schwangere Frauen ist Mangelernährung ein großes Problem.

Keine Schule

In Uganda bekommen Geflüchtete aus dem Kongo eigenes Land zur  Verfügung gestellt, um es zu bewirtschaften. Doch der Boden ist oft nicht fruchtbar genug. In den Lagern fehlt es an sanitären Einrichtungen und Bildungsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche. Traumatisierte Menschen bekommen zu selten Zugang zu psychologischer Hilfe.

Wie sich die Krise im Kongo entwickelt, ist nicht absehbar. Fest steht, dass die Menschen in nächster Zeit nicht nach Hause zurückkehren können. Sie brauchen Hilfe, damit sie sich eine neue Existenz aufbauen können. Bitte unterstützen Sie den Noteinsatz von CARE, damit wir die Lebensbedingungen der Geflüchteten verbessern können!

Bitte helfen Sie Frauen und Mädchen mit Ihrer Spende!

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