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8. Februar 2018

Konferenz: Ländliche Entwicklung im Kosovo fördern

CARE-Projektmanager Faton Krasniqi berichtet aus Pristina

Montagmorgen in Pristina, Kosovo: Havushe Bunjaku nimmt zusammen mit 100 weiteren TeilnehmerInnen im Konferenzraum des Emerald Hotels Platz. CARE und die Österreichische Entwicklungszusammenarbeit präsentieren Erfolgsgeschichten aus einem Projekt zur ländlichen Entwicklung des Kosovo. Havushe ist eine davon.

Überbordende Bürokratie, Korruption – die rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen für wirtschaftliche Entwicklung lassen im Kosovo zu wünschen übrig. Für die meisten, vor allem junge Menschen, ist es quasi unmöglich Arbeit bzw. ein Einkommen zu finden, von dem man auch leben kann. Es herrscht Armut. Deswegen betreiben viele Familien eine kleine Landwirtschaft, um sich wenigstens selbst mit Essen versorgen zu können.

„Österreich unterstützt seit fast 20 Jahren die ländliche Entwicklung im Kosovo, mit einem starken Fokus auf Landwirtschaft“, erklärt der österreichische Botschafter vor Ort. 97 Investitionsvorhaben wurden bisher allein in diesem Projekt finanziert – gemeinsam mit der Gemeinde Pristina.

„Wir fördern vor allem Vorhaben, die nicht nur die Effizienz, sondern auch die Qualität der landwirtschaftlichen Produktionsketten verbessern“, bestätigt der Minister für Land- und Forstwirtschaft und ländliche Entwicklung im Kosovo. So wie bei Havushe: Sie sammelt Kräuter, Beeren und Früchte, die dann zu Tee, Trockenfrüchten, Ölen oder Essig weiterverarbeitet werden. Was als 1-Frau-Betrieb begonnen hat, ist mittlerweile ein mittelständisches Unternehmen: 25 Frauen sind hier beschäftigt – ein Vorzeigemodell. Doch so einfach, wie die Idee klingt, war sie nicht umzusetzen. „Ein Trockner hätte natürlich alles von Anfang an viel einfacher gemacht. Wir konnten früher einfach keine größeren Mengen an Früchten oder Kräutern weiterverarbeiten. Aber ich hatte einfach nicht das Geld für diese Investition“, erinnert sich Huvashe. Als sie von diesem Projekt erfuhr, beschloss sie, sich zu bewerben. Der Rest ist Geschichte.

Die Beispiele von Avushe und vielen anderen Bauern, die mithilfe des RESI-Projekts in die Modernisierung ihrer Landwirtschaft investieren konnten, zeigen eindrücklich, dass ländliche Entwicklung in der Lage ist, Perspektiven zu schaffen. Qualitätsprodukte werden lokal erzeugt und vermarktet – das bedeutet, dass zahlreiche Menschen entlang dieser Produktionsketten Arbeit finden. Und das wiederum bekämpft Armut – nachhaltig.

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