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26. Juli 2018

Kenia: Theater verändert die Welt

Ist ein Mann, der kocht und sich um Kinder kümmert, kein richtiger Mann? Lernen Kinder erst später sprechen, wenn sie vor dem 5. Geburtstag Eier essen? Im Nawiri-Projekt in Siaya County im Westen Kenias haben lokale Organisationen mit Unterstützung von CARE begonnen, überlieferte Verhaltensweisen zu verändern.

Doch wie stellt man soziale und kulturelle Normen in Frage, die seit Jahrzehnten oder sogar schon seit Jahrhunderten existieren? Mit Theateraufführungen!

Das Theater thematisiert schwierige Themen wie Armut, Ernährung, Kindesmisshandlung, familiäre Gewalt, HIV/AIDS, Familienplanung. Foto: CARE

Hier kommt ULUSI ins Spiel. ULUSI ist eine Amateur-Theatergruppe, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, schwierige soziale Themen in Form von Sketchen darzustellen. Unter Anleitung eines Moderators werden die ZuschauerInnen in die Performance eingebunden, kommen ins Gespräch und werden angeleitet, gemeinsam Lösungswege zu entwickeln.

„Ich glaube, wir erreichen so viele Menschen, weil wir sie unterhalten und gleichzeitig können sie etwas für ihren Alltag mitnehmen“, erzählt Alex Mito, der Leiter der Gruppe. Viele glauben zum Beispiel, dass bestimmte, besonders nahrhafte Teile des Huhns dem Mann vorbehalten sind, obwohl sie eigentlich insbesondere für Schwangere und Kinder im Wachstum wichtige Proteinquellen wären.

Thematisiert werden Armut, Ernährung, Kindesmisshandlung, familiäre Gewalt, HIV/AIDS, Familienplanung – nicht gerade leichte Kost. Ist Theater eine Methode, um kontroversielle gesellschaftliche Tabus zu thematisieren? Definitiv, meint Alex Mito: „Was die Zuschauer bei uns sehen, ist aus dem Leben gegriffen. Deswegen identifizieren sich die Leute damit. Bei vielen führt das dazu, dass sie Dinge infrage stellen.“

Nur weil manches immer schon so war, wie es ist, heißt ja nicht, dass es immer so bleiben muss. So beginnt Veränderung.

Mehr Informationen zum CARE-Projekt Nawiri gibt es hier und in unserem Web-Dossier.

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