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27. Juni 2018

Kenia: Müttergruppen verändern Leben

Für Mary kam die nächste Schwangerschaft zu früh - doch ihr Mann wollte keine Verhütungsmittel verwenden. Foto: Kathleen Prior/CARE

„Mein Mann hat mir verboten, Verhütungsmittel zu verwenden“, erzählt Mary Awino Omondi aus Owimbi in Kenia. Nur sechs Monate nach der Geburt ihres zweiten Kindes war Mary schon wieder schwanger. „Aber eigentlich hätte ich mir mit dem nächsten Kind gerne noch etwas Zeit gelassen.“

Obwohl sie mittlerweile im 8. Monat schwanger ist, stillt sie nach wie vor ihren jüngsten Sohn. Das ist in Kenia nicht gern gesehen: „Meine Schwiegermutter findet das schrecklich“, lacht Mary. „Aber in der Nawiri-Müttergruppe habe ich gelernt, wie wichtig Stillen für die Gesundheit des Babys ist, und ab wann ich damit beginnen kann, ihm z.B. auch Kartoffeln, Bananen und Brei zu geben. Im Gegensatz zu früher koche ich Wasser zum Trinken jetzt auch ab.“

Mit Müttergruppen gegen Mangelernährung
Im Rahmen von Kleingruppen, in denen Mütter unter sich sind, vermittelt CAREs Nawiri-Projekt wichtige Informationen für die gesunde Ernährung von Schwangeren, Müttern und Kleinkindern und versucht, mit althergebrachten Mythen aufzuräumen. Ein alter Volksglaube besagt zum Beispiel, dass sich die Sprachentwicklung bei Kindern verzögert, wenn man ihnen Eier zu essen gibt.

In Kenia ist rund ein Viertel der Kinder aufgrund schlechter Ernährung in den ersten fünf Lebensjahren unterentwickelt. Im Westen des Landes, wo Mary lebt, ist die Lage besonders schlimm – auch, weil die staatliche Gesundheitsversorgung nur schlecht funktioniert.

Als Mitglied der Müttergruppe in Owimbi hat Mary in den letzten Monaten an verschiedenen Trainings teilgenommen. „Wir haben so viel gelernt! Angefangen von der richtigen Ernährung in der Schwangerschaft über richtiges Stillen bis hin zu Hygiene und Verhütung haben wir alles besprochen. Am allerwichtigsten war für mich aber, dass mein Mann auch involviert war. Jetzt nimmt er mich ernst und hört mir zu, wenn ich etwas sage. Wir treffen unsere Entscheidungen jetzt gemeinsam.“

Lesen Sie mehr Geschichten aus CAREs Nawiri-Projekt: entweder hier oder in unserem Kenia-Dossier.

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