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27. März 2018

Kambodscha: Bauarbeit für Frauen sicher machen

Damit Frauen sich an ihrem Arbeitsplatz sicher fühlen können, muss es möglich sein, die verschiedenen Aspekte von (Un-)Sicherheit offen zu thematisieren. Starke Frauen und Männer sprechen sexuelle Belästigung an, wenn sie darauf aufmerksam werden. Damit signalisieren sie, dass Frauen unangebrachtes Verhalten auf keinen Fall akzeptieren und dieses melden sollten. Denn genau das ebnet den Weg für Veränderung. Und es zeigt, dass man die Frauen, mit denen man arbeitet, respektiert und wertschätzt.

Mothea arbeitet seit fast 20 Jahren in der Bauindustrie in Kambodscha: „Ich habe immer schon meinen Mund aufgemacht und auf Missstände hingewiesen. Jetzt versuche ich auf die Situation von Frauen auf dem Bau aufmerksam zu machen.“ Sie ist eine jener Gruppenleiterinnen, die von CARE und seiner Partnerorganisation Cambodian Women for Peace and Development ausgebildet wurden, um auf den Baustellen Phnom Penhs für  mehr Sicherheit für Frauen zu lobbyieren. „Meine Aufgabe ist es, andere Bauarbeiterinnen über wichtige Themen wie Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz zu informieren“, erzählt Mothea. Sie ist ein Vorbild für andere, wenn es darum geht, Umstände anzusprechen, die dazu führen, dass Frauen sich an ihrem Arbeitsplatz nicht sicher fühlen.

 

CARE unterstütz Bauerbeiterinnen in Kambodscha dabei, sich über ihre Rechte als Arbeiterinnen zu informieren.

„Eine Kollegin hatte das Problem, dass ihr ein Mann zur Toilette gefolgt ist. Durch einen Spalt in der Wand hat er sie dann beobachtet“, erinnert sich Mothea. „Sie hatte Angst, sich allein auf der Baustelle zu bewegen, weil sie fürchtete, dass es wieder passiert.“ Mothea meldete den Vorfall ihrem Vorgesetzten, Sathya, und forderte eine intakte Toilette für Frauen ein.

Die Toiletten-Wand wurde von der Baufirma repariert – aber nicht nur das. „Ich habe den Mann verwarnt, damit sich der Vorfall nicht wiederholt“, so Sathya.

Er ist auch für die Unterbringung der Arbeiter auf der Baustelle verantwortlich. „Ich mache von Anfang an klar, welches Verhalten Frauen gegenüber hier erwartet wird – und dass ich die Leute dann auch für ihr Handeln zur Verantwortung ziehe. Außerdem versuche ich, die Unterkunft für Frauen sicherer zu machen, z.B. indem ich sicherstelle, dass alle Zimmer und Bäder abgeschlossen werden können.“

Je mehr Menschen dem Vorbild von Mothea und Sathya folgen und offen über das Problem von sexueller Belästigung am Arbeitsplatz sprechen, desto deutlicher wird für alle: Ein solches Verhalten gegenüber Frauen ist nicht akzeptabel!

Lesen Sie mehr über unser Projekt mit Bauarbeiterinnen in Kambodscha!

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