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12. Juni 2015

Jemen: Nothilfe dringend nötig

 

Seit dem Beginn des Konflikts im Jemen Ende März verschlechtert sich die Lage für die Bevölkerung zusehends. 20 Millionen Menschen brauchen aufgrund der Kämpfe und der Versorgungsblockade dringend humanitäre Hilfe.

„Der Jemen ist derzeit weltweit der Staat mit dem größten Bedarf an Nothilfe“, sagt Daw Mohammed, Länderdirektor von CARE im Jemen. „Die Einfuhr von Hilfsgütern wie Trinkwasser, Lebensmitteln und Treibstoff wird jedoch weiterhin blockiert.

Das hat katastrophale Auswirkungen auf die Menschen. Die Elektrizität fällt manchmal über Tage oder Wochen aus, die Preise für Nahrungsmittel und Treibstoff sind massiv erhöht. 

 

Deshalb sind auch die medizinische Versorgung, die Müllbeseitigung und die Wasserreinigung kaum aufrechtzuerhalten. In einem Land, das von Importen abhängt, ist die Einfuhrgenehmigung für Güter eine Frage von Leben und Tod.“

Wasser steht an vielen Orten nur an wenigen Tagen pro Woche zur Verfügung. Nach Angaben der Vereinten Nationen sind rund zehn Millionen Menschen gefährdet, von der Versorgung mit Trinkwasser abgeschnitten zu werden. Rund 15 Millionen sind ohne Zugang zu medizinischer Versorgung – viele Krankenhäuser sind zerstört.

Das Welternährungsprogramm berichtet, dass die Nahrungssituation von zusätzlich zwei Millionen Menschen sehr kritisch ist. Bereits vor Ausbruch des Konflikts war der Jemen zu 90 Prozent von Lebensmittelimporten abhängig.  

Auch die Opferbilanz fällt düster aus: Allein seit den zuletzt gescheiterten Friedensgesprächen am 26. Mai wurden 400 Menschen getötet. Der 27. Mai war mit mehr als 100 Todesopfern der blutigste Tag seit dem Ausbruch des Konflikts. Insgesamt wurden bisher 2.200 Menschen getötet.

CARE fordert, dass Waffenlieferungen an Konfliktparteien, die das humanitäre Völkerrecht brechen, gestoppt werden müssen. Gleichzeitig müssen die humanitäre Hilfe und längerfristige Entwicklungshilfe deutlich erhöht werden.

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