6. Dezember 2017

Der Jemen braucht eine sofortige Feuerpause

Die Hilfslieferungen mussten eingestellt werden. Der Zugang zu humanitärer Hilfe entscheidet über Leben und Tod.

Die Situation im Jemen verschärft sich weiter: Ein Zusammenschluss von Hilfsorganisationen, darunter CARE, Oxfam und Save the Children, fordert von allen beteiligten Konfliktparteien im Jemen einen sofortigen Waffenstillstand in Sanaa. Der eskalierende Konflikt verschärft die bereits katastrophale humanitäre Situation, sagen die Organisationen.

Hintergrund: Im vergangenen Monat waren die wichtigsten Häfen vier Wochen lang blockiert. Nun hat sich die Gewalt in Sanaa und anderen jemenitischen Großstädten verschärft. Dutzende Menschen sind in den letzten Tagen bei Kämpfen ums Leben gekommen. Die Gewalt zwingt Zivilisten dazu, sich in ihren Häusern zu verstecken. Ein Großteil der Hauptstadtbevölkerung hat keinen Zugang zu Hilfsleistungen. Ambulanzen und mobile Versorgungsteams können die Verletzten nicht erreichen. Alle humanitären Hilfsleistungen mussten aufgrund der Sicherheitslage vorerst eingestellt werden.

Die teilnehmenden Hilfsorganisationen fordern deshalb alle Konfliktparteien auf, einem sofortigen Waffenstillstand zuzustimmen und den uneingeschränkten Zugang zu humanitärer Hilfe zu gewährleisten. Die internationale Gemeinschaft muss alles unternehmen, um eine politische Lösung für den Konflikt im Jemen herbeizuführen.

Johan Mooij, CARE-Länderdirektor im Jemen:Die jemenitische Bevölkerung verkraftet keine weiteren Rückschläge. Ich habe Angst davor, dass sich die Sicherheitssituation in Sanaa und anderen Großstädten weiter verschlechtert. Die Gewalt zwingt die Bevölkerung dazu, sich in ihren Kellern zu verstecken. Von dort hören sie ständig Schüsse und heranrollende Panzer. Vielen Menschen fehlt es an ausreichend Essen und Wasser. Wir fordern eine sofortige Feuerpause, damit wir Menschen in akuter Not mit humanitärer Hilfe erreichen können.“

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