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3. Dezember 2014

Hoffnung ist erlaubt

Noch thronen die jahrtausendalten Gletscher auf den Gipfeln und Flanken der Anden. Die RegierungsvertreterInnen aus aller Welt, die sich bei der Klimakonferenz in der peruanischen Hauptstadt Lima treffen, werden von ihrem überwältigenden Anblick bereits beim Anflug beeindruckt.

Doch ihre Schönheit dient auch als Mahnmal für das Versagen der Weltgemeinschaft. Viele der Gletscher werden in ein bis zwei Jahrzehnten wegen der globalen Erwärmung verschwunden sein. Zu lange ist die notwendige Abkehr von fossilen Energien hinausgeschoben worden, deren Verbrennung die Atmosphäre in ungekanntem Ausmaß mit Treibhausgasen angefüllt hat. Nun sind einschneidende Veränderungen des Weltklimas nicht mehr vermeidbar. Viele arme Menschen in den Anden, aber auch in anderen Regionen der Welt bekommen diese Folgen bereits heute zu spüren:

Meilenstein für neues Klima-Abkommen

CARE arbeitet etwa in Peru mit Kleinbauern zusammen, um Möglichkeiten der Anpassung an den Klimawandel zu finden. Doch bei allen vergangenen Versäumnissen ist auch klar: Ein „weiter so“, also eine Verweigerung, die globalen Emissionen ausreichend zu senken, wird zu wesentlich radikaleren Klimastörungen führen, als die Menschheit sie bisher gekannt hat.
Wird die 20. UN-Klimakonferenz in Lima dies nun alles ändern? Sicher nicht. Aber doch kann und muss sie ein Meilenstein auf dem Weg zu einem neuen, umfassenden Klima-Abkommen werden, das alle Länder Ende 2015 bei dem Klimagipfel in Paris verabschieden wollen. RegierungsvertreterInnen aus fast 200 Ländern haben die Aufgabe, den Verhandlungstext für dieses Abkommen weiterzuentwickeln. Von einem Konsenstext ist man hier noch weit entfernt. Ob dieses Abkommen am Ende den notwendigen Paradigmenwechsel beschleunigen wird, ist noch sehr fraglich.

Grund zur Hoffnung

Doch gleichzeitig gibt es Grund zur Hoffnung. In den vergangenen Jahren sind die Preise für erneuerbare Energien massiv gesunken, während gleichzeitig die Wirtschaftsmodelle der fossilen Energien unter Druck geraten. Immer häufiger gehen Menschen auf die Straße, um gegen die Ausbeutung von Öl, Kohle und Gas zu demonstrieren. Denn diese bedeuten häufig massive lokale Umwelt- und Gesundheitsfolgen. Die USA und China haben sich vor wenigen Wochen erstmals gemeinsam mit neuen Klimaschutz-Ankündigungen an die Öffentlichkeit gewagt. Kurz zuvor hatte die EU ihre vorläufigen Klimaschutzziele für 2030 beschlossen.

Kein Zweifel: Von allen drei Akteuren muss noch mehr geliefert werden, damit ein katastrophaler Klimawandel noch abgewendet werden kann. Doch die Regierungen haben sich zumindest vorerst gegen diejenigen durchgesetzt, die Klimaschutz am liebsten auf den Sankt-Nimmerleinstag verschieben würden. Und vor kurzem haben eine Reihe von Industrieländern erstmals etwa zehn Milliarden US-Dollar für den neuen internationalen Grünen Klimafonds versprochen, die – wenn sie denn wirklich bereitgestellt werden – insbesondere für die ärmsten Länder Hoffnung erlauben, dass sie nicht mit den fatalen Klimafolgen allein gelassen werden.

Die Vorzeichen vor dieser Klimakonferenz sind insgesamt also besser als in den meisten vergangenen Jahren, und doch ist klar: Ob sich die Beschlüsse vor allem an den Bedürfnissen der besonders gefährdeten Ländern und Bevölkerungsgruppen orientieren, wird maßgeblich darüber entscheiden, ob sie als fair wahrgenommen werden. Und was immer in Paris 2015 herauskommt, es wird nicht der Schlusspunkt der Klimapolitik sein können.

Stattdessen muss es ein Aufbruchssignal für alle dienigen werden, die bereits vor Ort und ganz konkret an der Klimawende arbeiten und sich für den Schutz vor Klimafolgen einsetzen. CARE wird diesen Weg mitverfolgen.

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