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28. Mai 2018

Harriet: Die Königin der Menstruationstassen

Harriet im Flüchtlingslager Imvepi

Von Kerstin Blidi, Fundraising Coordinator, CARE International

Harriet ist 25 Jahre alt und lebt in Imvepi. Das Flüchtlingslager liegt im Arua Distrikt und ist seit Februar 2017 der Hauptzufluchtsort für südsudanesiche Flüchtlinge.

Harriet kam gemeinsam mit ihrer Familie nach tagelanger Flucht im sicheren Uganda an.

„Es war unglaublich heiß. Wir verließen unser Zuhause frühmorgens. Wir mussten jedoch viele Pausen machen, da unsere Kinder noch sehr klein waren“, sagt Harriet. „Ich musste die Dreijährige den ganzen Weg tragen.“

Vor dem Krieg war Harriet als Kindergärtnerin tätig. Doch ihre Qualifikationen sind in Uganda nicht anerkannt, weswegen sie keinen Job finden konnte. Nur zwei Wochen nach ihrer Ankunft in Imvepi entschloss sich Harriet dazu, mit CARE zusammenzuarbeiten. Sie wollte die Gemeinschaft im Flüchtlingslager unterstützen.

Menstruationstassen – ein Pilotprojekt

Heute arbeitet Harriet gemeinsam mit CARE an einem Pilotprojekt, das Menstruationstassen an die weiblichen Bewohner des Camps verteilt. Menstruationstassen sind eine Alternative zu Damenbinden mit dem Vorteil, dass sie nicht nur hygienischer sind, sondern auch bis zu 10 Jahre lang verwendet werden können. Die Silikontassen produzieren keinen Müll und für die Reinigung wird nur ein wenig heißes Wasser benötigt. Mit der finanziellen Unterstützung von ECHO möchte CARE herausfinden, ob die Menstruationstassen von der Gemeinschaft akzeptiert werden und ob sie auch eine sichere Lösung für jene Regionen sind, die unter Wassermangel leiden.

„Die Menstruationstasse hat mein Leben verändert“, sagt Harriet. „Zuerst war mein Mann nicht überzeugt. Er wollte sichergehen, dass sie mir nicht schadet. Als ich ihm dann erklärt habe, wie sie funktioniert, war er dankbar, dass ich eine bekommen habe. Wenn ich jetzt meine Periode bekomme, fühle ich mich sicher und sauber. Ich kann meinen Alltag bewältigen, ohne Zuhause bleiben zu müssen.“

Harriet ist Teil einer kleinen Gruppe von Frauen, die von CARE und dem lokalen Partner WOMENA über die Vorteile und Anwendung der Menstruationstassen informiert werden. Gemeinsam überzeugen sie Frauen davon, die Tassen auszuprobieren. 

„Sich die monatlichen Damenbinden zu leisten, ist eine große Herausforderung für die Mädchen und Frauen im Flüchtlingslager“, erklärt Harriet. „Die meisten Familien müssen mit wenig Geld auskommen. Damenbinden haben dabei keine Priorität. Das zwingt viele Mädchen dazu, von der Schule Zuhause zu bleiben, wenn sie ihre Periode haben.“

Seit der Verschlimmerung der Gewaltsituation im Südsudan im Juli 2016 kamen hunderttausende südsudanesische Flüchtlinge nach Nordwest-Uganda. Es sind über eine Million Flüchtlinge aus dem Südsudan und der Demokratischen Republik Kongo in Uganda. Frauen und Kinder machen mehr als 80% der Flüchtlingspopulation aus. Aufgrund der Auswirkungen des Konflikts auf die Gemeinschaften und Haushalte nehmen Frauen eine lange Reise auf sich, um ohne ihre männlichen Verwandten Zuflucht in Uganda zu finden. CARE Uganda hilft Flüchtlingen mit der Unterstützung der Austrian Development Agency, NORAD, ECHO, UNFPA, GAC.

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