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4. September 2018

Geflüchtet aus Venezuela: „Wir haben nichts mehr“

Milagros und ihre Familie bitten auf der Straße um Hilfe. Foto: CARE

„Wir sind aus Venezuela. Wir haben keinen Ort, an dem wir bleiben können. Wir brauchen eure Hilfe für unsere Kinder!“ Mit diesem Schild stehen Milagros und ihre Familie an einer stark befahrenen Straßenkreuzung in Quito in Ecuador. Sie hoffen verzweifelt auf Unterstützung.

Milagros (31) ist Mutter von drei Kindern. Mit ihrem Mann und den zwei Söhnen ist sie aus Venezuela geflüchtet, weil sie wegen der Wirtschaftskrise und der zunehmend chaotischen Zustände dort um ihre Sicherheit und ihr Überleben fürchtet. Wie Milagros flohen in den letzten Wochen jeden Tag Tausende Menschen in die Nachbarländer Venezuelas.

Tagelang zu Fuß auf der Flucht

Für die meisten ist es eine gefährliche und qualvolle Flucht. „Viele sind zu Fuß unterwegs – unter ihnen viele Frauen, Kinder, Schwangere. Viele haben Verletzungen vom langen Fußmarsch und schleppen sich unter Schmerzen weiter“, sagt Milagros. Sie hat auf dem Weg viel Leid gesehen.

Mit ihrem Sohn Daniel (11), ihrem Mann und ihrem sechs Monate alten Säugling im Arm schaffte es Milagros durch Kolumbien bis nach Ecuador. „Wir haben am Weg Sachen verkauft, damit wir weiterkommen. Manchmal konnten wir ein Busticket kaufen. Oft mussten wir zu Fuß weiterziehen.“ Die Gesichter der Kinder haben Wunden von Sonnenbrand. Die Füße von Milagros sind blutig und voller Blasen.

Mädchen (14) bleibt allein zurück

In Ecuador hoffen Milagros und ihr Mann darauf, bald Arbeit zu finden. Sie brauchen eine Unterkunft und Nahrung für sich und ihre Kinder. Und sie wollen so schnell wie möglich Geld nach Venezuela schicken können. Milagros macht sich große Sorgen um ihre Mutter und ihre Tochter (14), die sie zurücklassen musste.

Das junge Mädchen ist geschwächt und braucht Medikamente, die in Venezuela teuer sind. Auf die beschwerliche Flucht wollte Milagros den Teenager wegen seiner Krankheit nicht mitnehmen. Zudem fürchtete sie sexuelle Übergriffe.

Frauen in Gefahr von sexueller Gewalt

Die Not der Frauen bringt sie in Gefahr, belästigt, bedrängt und vergewaltigt zu werden. „Mit meiner Tochter hätten wir nicht draußen im Park übernachten können, wie wir das in den ersten Nächten tun mussten“, sagt Milagros.

Die Familie ist dankbar für die Hilfe, die sie in Ecuador schon bekommen hat. Und so steht sie weiter an der Straßenkreuzung mit den wenigen Habseligkeiten, die geblieben sind. Einen Traum hat Milagros noch. „Ich habe gehört, dass es in Peru Arbeit geben soll. Da wollen wir hin.“

CARE hilft Flüchtlingen aus Venezuela. Mehr als 25.000 Menschen brauchen dringend Unterstützung!

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