25. August 2017

Gastgeber am Limit: Uganda beherbergt eine Million südsudanesische Flüchtlinge

Eine Familie aus dem Südsudan in Uganda. Foto: Peter Caton/CARE

Seit 2013 tobt im Südsudan ein erbitterter Bürgerkrieg. Viele Menschen fliehen ins benachbarte Uganda, das für seine gastfreundliche Flüchtlingspolitik bekannt ist. Doch das kleine Land kann diese Belastung kaum noch bewältigen.

Erst  2011 wurde der Südsudan ein unabhängiger Staat. Aufgrund von Machtkämpfen brachen nur zwei Jahre später bewaffnete Konflikte aus. Seither hat sich die Situation zur am schnellsten wachsenden Flüchtlingskrise der Welt entwickelt. Über zwei Millionen Menschen mussten ihre Heimat verlassen, viele wurden Opfer von Gewalt und sind schwer traumatisiert. Nun hat die Anzahl an südsudanesischen Flüchtlingen allein im Nachbarland Uganda erstmals eine Million überschritten, meldet das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR. 

Das ostafrikanische Land wird weltweit für seine progressive Flüchtlingspolitik gelobt. Die Regierung versucht, geflüchtete Menschen in Siedlungen zu integrieren, anstatt sie in riesige, abgezäunte Lager zu verfrachten. Ihnen wird Land zur Bewirtschaftung gegeben und Arbeitserlaubnis erteilt, was nicht nur den Flüchtlingen hilft.

Auch die meisten BürgerInnen Ugandas sehen die Neuankömmlinge als Chance für ihr Land. „Geflüchtete sind keine Last, sondern ein Gewinn“, sagt Robert Baryamwesiga, Leiter der Siedlung Bidi Bidi, in der Flüchtlinge und Einheimische friedlich zusammenleben. Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, meint: „Uganda hat die hohe Zuwanderung beispiellos gemeistert. Die internationale Gemeinschaft muss diese Belastung mittragen.“

Unbegleitete Flüchtlingskinder in Bidi Bidi. Foto: Jennifer Bose/CARE

Denn mit dem stetigen Zuzug von Menschen aus dem Südsudan stößt Uganda langsam an seine Grenzen. In den Siedlungen wird Nahrung zur Mangelware, schon im Juni mussten Essensrationen gekürzt werden. Die wenigen Krankenhäuser sind überlastet und akut unterbesetzt, während in den Schulklassen oft bis zu 200 SchülerInnen sitzen.

Es fehlt vor allem an Geld: 674 Millionen Dollar werden heuer für südsudanesische Flüchtlinge in Uganda benötigt, erst 21% davon sind bei den Hilfsorganisationen eingegangen. „Diese Krise ist eine der unterfinanziertesten der Welt. Das Schicksal von einer Million Flüchtlingen in Uganda wird weltweit von führenden PolitikerInnen ignoriert“, so Barschdorf-Hager.

CARE hilft den Menschen in Uganda, indem wir Notunterkünfte errichten und Gesundheitszentren unterstützen.

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