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25. Januar 2016

Flüchtlinge am Balkan von Menschenhandel bedroht

Schneidende Winde und Temperaturen von bis zu minus zehn Grad gefährden die Gesundheit der Flüchtlinge, die am Westbalkan unterwegs sind. Durch die Zunahme von Menschenhandel und -schmuggel sind die erschöpften Flüchtlinge gefährdet, Opfer von Misshandlung und Gewalt zu werden.

„Menschen kommen mit dünnen Pullovern und unzureichendem Schuhwerk an den Registrierungspunkten an“, sagt Andrea Barschdorf-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Sie brauchen dringend warme Decken, Kleidung, feste Schuhe und Unterkünfte. Die Grenze zwischen Leben und Tod ist sehr schmal. Wir müssen sicherstellen, dass sie unter diesen harten Winterbedingungen nicht überschritten wird.“

Foto: Lucy Beck/CARE

Offiziellen Angaben zufolge überqueren täglich etwa 3.000 Menschen die serbische Grenze. Obwohl diese Zahl im Vergleich zu Höchstwerten von 6.600 im November gesunken ist, bleibt der Bedarf an humanitärer Hilfe weiterhin groß.

Opfer von sexueller Gewalt und Misshandlungen
CARE beobachtet die erhebliche Zunahme des Menschenhandels in der Region mit Beunruhigung.

„Es gibt unzählige Berichte von Flüchtlingen, die während ihrer Flucht ausgeraubt, misshandelt oder schwer verletzt wurden. Sie zeigen den Helfern Wunden und Narben, die von schweren Misshandlungen zeugen“, berichtet Barschdorf-Hager. „Die Sicherheit von Frauen und Mädchen ist besonders gefährdet. Sobald sie ihr Leben in die Hände von Schmugglern und Menschenhändlern geben, sind sie diesen schutzlos ausgeliefert und werden nicht selten Opfer von sexueller Gewalt oder Misshandlung.“

CARE fordert die Schaffung von legalen und sicheren Wegen, auf denen Flüchtlinge Asyl beantragen können, ohne die Verletzung ihrer Menschenrechte zu riskieren. Zurzeit werden an allen Grenzen in der Region lediglich Menschen mit syrischer, irakischer oder afghanischer Staatsangehörigkeit eingelassen. „Das stellt eine Verletzung des individuellen Menschenrechts auf Asyl dar. Es muss gewährleistet werden, dass jeder Fall die Prüfung erhält, die ihm zusteht.“

CARE arbeitet in Serbien und Kroatien mit Partnerorganisationen, die über ein Netzwerk von Freiwilligen rund um die Uhr bei den Ankunftsstationen von Flüchtlingen Hilfe leisten.

CARE verteilt Winterpakete mit Mützen, Handschuhen, Schuhen und Jacken und auch klassische Hilfspakete, die Nahrung, Getränke und Hygieneartikel speziell für Frauen enthalten. Bis zu diesem Tag konnten unsere HelferInnen rund 33.000 CARE-Pakete verteilen. In den folgenden Monaten plant CARE, 150.000 Menschen zu erreichen.

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