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24. April 2018

Kaum Lohn für harte Arbeit: Doku über Näherinnen in Textilfabriken

Frauen in Bangladesch nähen Kleidung für Textilketten in Europa. Foto: CARE

Wer fair produzierte Mode kaufen will, kommt an unbequemen Fragen nicht vorbei. Das sind Fragen wie:

Unter welchen Arbeitsbedingungen nähen Frauen in Asien eigentlich die Kleidung, die wir bei Modeketten kaufen? Wie steht es um die Rechte dieser Textilarbeiterinnen? Bekommen sie einen Lohn, von dem sie leben können? Wie sieht das Leben dieser Frauen aus? 

Diese Fragen hat sich auch CARE-Helfer Thomas Haunschmid gestellt. Er hat die Filmdoku „The Hands That Sew Your Shirt“ gedreht, die erfolgreich in Kinos in Österreich gezeigt worden ist. Die KinobesucherInnen lernten in dem Film die junge Sabina kennen, die in Bangladesch in einer Textilfabrik arbeitet. 

Sabina aus der Doku "The Hands That Sew Your Shirt". Foto: Haunschmid/Dieterich für CARE

Die oft mangelhafte Sicherheit der Textilfabriken wird nur dann in den Medien zum Thema, wenn dort ein Unglück passiert. Der schlimmste Unfall ereignete sich 2013, als in einem Vorort von Bangladeschs Hauptstadt Dhaka das neunstöckige Fabrikgebäude Rana Plaza einstürzte. Mehr als 1.100 Menschen wurden getötet. Über 2.500 wurden verletzt.

Auf die Entschädigungen der zahlreichen internationalen Modeproduzenten warteten die Überlebenden sehr lange. Viele von ihnen erhielten bis heute keine Zahlungen.

Dieser Beitrag aus der Tageszeitung „Der Standard“ beschäftigt sich mit der Frage, was in den fünf Jahren seit Rana Plaza geschehen ist.

„Besucht man eine Fabrik, hat sich die Sicherheit sehr verbessert„, sagt Humaira Aziz, die für CARE in Bangladesch tätig ist und sich für Frauen in der Textilindustrie einsetzt. Sicherheit ist jedoch nicht der einzige Aspekt, bei dem es Handlungsbedarf gibt. Denn Übergriffe auf Frauen sind häufig.

„Es ist noch viel zu tun, bis sie in der Arbeit nicht mehr belästigt werden und von männlichen Kollegen mit Respekt und Würde behandelt werden“, sagt CARE-Helferin Aziz. Deshalb engagiert sie sich auch dafür, dass in Fabriken Anlaufstellen für Opfer sexueller Belästigung eingerichtet werden. Denn viele der Frauen, so Aziz, hätten nur wenig Bildung bekommen. „Sie wissen gar nicht, dass sie Rechte haben.“

Gemeinsam mit CARE setzt sich auch Fashion Revolution für die Anliegen der Textilarbeiterinnen ein.

Trotz der in vielen Fabriken weiter unwürdigen Bedingungen hat sich seit 2013 für die Frauen in der Textilindustrie auch etwas zum Besseren verändert. Was das genau ist, zeigt CARE-Helfer Thomas Haunschmid nun in seinem neuen Film.

Haunschmid ist Anfang 2017 nach Dhaka in Bangladesch zurückgekehrt, um Sabina und ihre Kolleginnen aus der Fabrik zu treffen. Es geht dabei nicht nur um Sabina aus der Doku von 2013, sondern auch um das CARE-Projekt „Oikko“.

„Oikko“ bedeutet auf Bengali „Einheit“ und es steht für den Zusammenhalt unter den Frauen in der Textilindustrie. Wenn sich in Bangladesch Arbeiterinnen mit Aktivistinnen und Gewerkschaften zusammenschließen, können sie auf Dauer gemeinsam mehr erreichen. Die Doku zeigt, wie „Oikko“ das Leben der Frauen und ihre Perspektiven verändert und wie sie davon profitieren.

„Uns ist eure Kleidung wichtig, aber unsere Rechte sind das auch“, sagenTextilarbeiterinnen in dem Film

 

Im Slum in der Nähe der Textilfabrik leben die Frauen mit ihren Familien. Foto: CARE

Was können wir KonsumentInnen tun, um die Frauen zu stärken, die unsere Kleidung nähen? Sind wir durch den häufigen Kauf von (oft günstiger) Bekleidung auch daran schuld, wie diese Artikel produziert werden?

Denn woher genau kommen unsere T-Shirts, wer verdient daran und wer übernimmt die Verantwortung für die Arbeitsbedingungen der Textilarbeiterinnen?

Wir von CARE Österreich haben dazu Elke Schüßler, Universitätsprofessorin für Betriebswirtschaft an der Johannes Kepler Universität in Linz, befragt. Sie beschäftigt sich in ihrer Forschung u.a. mit den Arbeitsbedingungen in Bangladesch.

Schüßler: „Es ist schwer, überhaupt von Schuld zu sprechen, auch wenn ich eher Anbieter in die Pflicht nehmen würde als die KonsumentInnen.“ Hier geht es zum Interview mit Frau Prof. Schüßler.

Shoppingtipps der Clean Clothes Kampagne Österreich gibt es hier. Sehr nützlich ist hier der Firmencheck. Er zeigt an, wie fair Bekleidungsfirmen produzieren. In der Liste finden sich viele bekannte und weit verbreitete Marken.

Weiterführende Links zum Einsatz von CARE für mehr Rechte für Textilarbeiterinnen in Bangladesch

Dossier „Decent Work“

Neue CARE-Doku über Textilarbeiterinnen in Bangladesch

Premiere der CARE Doku „We CARE for your Shirts…and our Rights”

Sie haben Interesse an den CARE-Dokus? Schreiben Sie bitte Sabrina Böhm unter care@care.at!

Mehr zum Thema fair produzierte und nachhaltige Kleidung ist auch bei unsereren Partnern Südwind und der Clean Clothes Kampagne zu finden.

 

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