7. September 2017

Erdrutsch: Wie Fatmata die kleine Mayatu rettete

Fatmata und Mayatu sind die Einzigen ihrer Familie, die überlebt haben. Foto: CARE

Am Tag des Abschieds weinte Mayatu (3). Sie schrie so sehr, dass ihre Tante Fatmata (19) sie trotz des starken Regens mitnahm, um Besorgungen zu machen. Mayatu überlebte, weil Fatmata sich durch ihr Weinen hatte erweichen lassen. Denn es war das letzte Mal, dass die beiden ihre Familie sahen.

„Ich habe überall gesucht, aber sie sind alle weg. Alles ist weg“, sagt Fatmata den Tränen nahe. Die Familie lebte in Regent, einem Dorf an einem Berghang in der Nähe von Sierra Leones Hauptstadt Freetown. Ein Erdrutsch am 14. August löschte die Siedlung nahezu aus. An die 500 Menschen kamen bei der Katastrophe ums Leben, viele werden noch vermisst.

„Ich habe meine ganze Familie verloren, meine Eltern und meine Brüder und Schwestern“, sagt Fatmata und umarmt Mayatu. Nur die beiden sind am Leben geblieben.

Als Waisen sind Fatmata und Mayatu jetzt auf sich allein gestellt. Fatmata fürchtet sich vor einer ungewissen Zukunft. Obwohl sie erst 19 Jahre alt ist, muss sie nun die Verantwortung für ihre kleine Nichte übernehmen. „Wie soll ich denn ein Kind erziehen? Ich war nie in der Schule und weiß nicht, was ich tun soll. Aber ich muss weiterleben, für Mayatu. Ich bete, dass Hilfe kommt“, sagt sie.

Fatmata und Mayatu erhielten sofortige Hilfeleistungen, um ihre grundlegendsten Bedürfnisse abzudecken. CARE und die Hilfsorganisation Don Bosco stellen Lebensmittel, CARE-Pakete mit Hygiene-Artikeln, Notunterkünfte und andere Hilfsgüter für die Betroffenen des Erdrutsches bereit. Was Fatmata und Mayatu jetzt brauchen, ist  Unterstützung, um ihr Leben wieder aufzubauen.  

 

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