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17. Dezember 2014

Engaging Men: Interviews CARE Äthiopien

Heute ist bereits der 3. Tag des Symposiums. Welche Erfahrungen habt ihr bisher auf dem Symposium gemacht, welche Eindrücke habt ihr gesammelt?

GH: Es ist sehr inspirierend, die Redner und Rednerinnen sprechen über ihre Erfahrungen und Ergebnisse aus ihrer Projektarbeit, ihrer Forschung und die Auswirkungen der gezielten Arbeit mit Männern und Jungen für mehr Gleichberechtigung. Für uns ist das ein Anreiz unsere eigene Programmarbeit darauf hin zu überprüfen und neu zu definieren und durch die Einbeziehung von Männern und Jungen in unserem Projekt „Berchi“ und  auch in unseren anderen Projekten, in Süd Gondar und anderen Regionen des Landes, Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen zu erreichen.

Möchtet ihr kurz etwas über eure eigene Arbeit in diesem Bereich erzählen?

GT: In unserer Arbeit von CARE Äthiopien konzentrieren wir uns auf drei Ebenen, die Handlungsfähigkeit von Frauen, die politischen Strukturen und die Beziehungen. Das ist die Basis unserer Arbeit für das Empowerment von Frauen. Wir arbeiten einerseits daran die Kompetenzen und Fähigkeiten von Frauen zu erhöhen und so ihre Handlungsfähigkeit zu stärken. Darüber hinaus arbeiten wir auch an den Beziehungen in denen sie sich befinden, in der Familie und in der Gemeinde.

Um die Beziehungen zwischen Männern und Frauen zu verbessern arbeiten wir z. B. mit den Ehemännern. Im Rahmen des Projekts „Berchi“, das wir mit Unterstützung der ADA (>Austrian Development Agency) umsetzen, beziehen wir zum Beispiel im Rahmen, der SAA Aktivitäten (>Social Analysis and Action) Männer mit ein. Das ist eine, Reihe gemeinsamer Gruppendiskussionen von Männern und Frauen aus verschiedenen Gemeindestrukturen, die ihre Erfahrungen und Eindrücke später in ihre Gemeinden zurücktragen und verbreiten.

Wir setzen auch Aktivitäten in den Schulen, in School Gender Clubs arbeiten wir mit Jungen und vermitteln ihnen bestimmte Skills und zum Beispiel ein Bewusstsein über sensiblere Kommunikation. Das ist gerade ein Pilotprojekt, das wir in Zukunft ausbauen werden. Wir bekommen dazu neue Eindrücke und verschiedene Erfahrungen auf diesem Symposium, die wir in unsere Programmarbeit aufnehmen werden.

Welche Themen interessieren euch besonders, welche Sessions und Diskussionen fandet ihr besonders interessant?

GH: Von den Sessions, an denen ich teilgenommen habe, fand ich jene zu den Themen Vaterschaft und Fürsorge, zur Sozialisierung von Kindern und der Mobilisierung von Vätern für Geschlechtergerechtigkeit und sozialen Wandel besonders interessant. Diese Sessions beschäftigten sich damit, wie die Persönlichkeit von Männern durch die Erfahrungen, die sie in ihrer Kindheit gemacht haben, geprägt werden und wie Väter einen bedeutsamen Beitrag dazu leisten können, dass Kinder und Jugendliche die „richtige“ Einstellung und ein positives Verhalten zu Geschlechtergerechtigkeit entwickeln. Im Projekt „Berchi“ können wir solche Aktivitäten noch stärker und systematischer einbinden, besonders über Model Fathers, Väter als positive Vorbilder in der gemeinsamen Arbeit mit Eltern und Kindern in den Schulen.

EK: Auf dem Symposium bekommen wir viele Anstöße dazu, wie Gleichberechtigung durch die aktive Einbeziehung von Männern und Jungen erreicht werden kann. Unsere eigene Projektarbeit richtet sich besonders an Frauen, die von chronischer Ernährungsunsicherheit betroffen sind. Um diese besser zu unterstützen,  arbeiten wir ebenfalls mit Männern.

Mir wurde hier besonders bewusst, dass geschlechtsspezifische Gewalt in jedem Land, überall auf der Welt ein großes Problem darstellt. Auf dem Symposium habe ich verschiedene Strategien gehört, dieses Problem zu bekämpfen. Das hat mich dazu gebracht stärker darüber nachzudenken, wie wir diese in unsere Arbeit, in unserer Region übernehmen können. Wir werden kämpfen und wir werden etwas verändern. Es gibt hier viele Beiträge zum Thema geschlechtsspezifische Gewalt, auch zum Thema Vaterschaft und der Rolle, die Männer in der Fürsorge für ihre Kinder und in der Beziehung zu ihren Ehefrauen einnehmen sollen. Wir nehmen viele Dinge aus dem Symposium mit, die sehr wichtig für die Umsetzung unseres Projekts in Süd Gondar sind. Wir werden unser Bestes geben, diese Informationen und Erfahrungen weiterzugeben, um Ungerechtigkeit zwischen den Geschlechtern zu beenden und Frauen zu stärken.

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