13. Januar 2017

Eisiger Winter bedroht Flüchtlinge am Balkan und in Griechenland

2.000 Menschen schlafen in Belgrad in unbeheizten Lagerhallen. Foto: NSHC

Flüchtlinge auf dem Balkan und in Griechenland benötigen bei Minusgraden und Eiseskälte dringend Unterstützung.

„Die Gesundheit geflohener Menschen, gerade der Kleinsten und Schwächsten, ist von Schnee und Kälte akut bedroht“, warnt Sumka Bucan, CARE Balkan-Regionaldirektorin. „Wir sprechen hier von Menschen, die bereits alles verloren haben. Sie haben keine Mittel, um sich vor Temperaturen von minus zehn Grad, starken Winden und Schneefall zu schützen. Die meisten Menschen leben in behelfsmäßigen Unterkünften wie alten, unbeheizten Fabrikgebäuden, überfüllten Gebäuden oder Zeltsiedlungen.“

Vor allem Kinder und ältere Menschen leiden unter Atemwegserkrankungen. Sie haben kein Geld für Medikamente oder Arztbesuche.

Bitte helfen Sie!

Mehr als 7.200 Menschen sitzen zurzeit in Serbien fest. In Belgrad schlafen etwa 2.000 junge Menschen in verlassenen Gebäuden im Stadtzentrum. Sie haben Angst, abgeschoben zu werden und hoffen, dass die Grenzen wieder öffnen.

Etwa 1.000 Flüchtlinge, darunter Kinder, leben in Belgrad auf der Straße. „Die Bedingungen sind absolut unmenschlich. Hier leben nach wie vor ‚unsichtbare‘, nichtregistrierte Personen, die keinerlei Hilfe erhalten. Es gibt kein Wasser und nur sehr begrenzten Zugang zu Sanitäranlagen und ärztlicher Versorgung“, so Bucan.

„Diese Männer, Frauen und Kinder sind vor Krieg und Gewalt in Ländern wie Syrien und Afghanistan geflohen. Sie sind hier, weil sie um das Leben ihrer Familien fürchten mussten. Es ist absolut unerträglich, dass sie nun mitten in Europa Angst haben müssen zu erfrieren„, sagt Bucan.

Zehn Monate nach der Schließung der Balkanroute leben weiter mehr als 60.000 Menschen in einer Warteschleife in Griechenland, wo der Wintereinbruch ebenso heftig ist.

„Sie haben keine andere Wahl als in unbeheizten Zelten, Lagerhallen und überfüllten Wohnungen auszuharren. Die Vorbereitungen der Hilfe für Flüchtlinge lief schleppend und die ohnehin schon dramatische Situation verschlechtert sich bei den eisigen Temperaturen“, berichtet Aleksandra Godziejewska, CARE-Länderdirektorin in Griechenland.

Auch die Situation auf den Inseln ist weiterhin schlecht, die Empfangszentren sind komplett überfüllt. „Camps, die humanitäre Standards nicht erfüllen, müssen umgehend geschlossen und Flüchtlinge in sichere Unterkünfte gebracht werden. Das hätte vor Monaten passieren müssen und Organisationen wie CARE haben das auch immer wieder gefordert. Eine sichere und warme Unterkunft ist eine Frage menschlicher Würde und minimaler Standards.“

So hilft CARE:

In Serbien und Kroatien unterstützt CARE zusammen mit lokalen Partnern neu ankommende Flüchtlinge. Um die Menschen vor den eisigen Temperaturen zu schützen, verteilt CARE warme Kleidung, Decken, warme Mahlzeiten und Matratzen. Bisher konnten die Nothilfeteams mehr als 180.000 Menschen mit Hilfe erreichen.

Bitte helfen Sie mit! Jeder Euro zählt! Mit einer Online-Spende kommt ihre Hilfe am schnellsten an!

In Griechenland hilft CARE Flüchtlingen mit Bargeld, Rechtsberatung und psychosozialen Maßnahmen.

CARE Österreich bittet um Spenden:

Spendenkonto IBAN: AT77 6000 0000 0123 6000 oder online

 

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