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13. Oktober 2017

DR Kongo: Folter, Trauma, Vergewaltigungen

Das Leid der Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt, Vergewaltigung erfahren, ist unermesslich. Foto: CARE _

Von CARE-Helferin Stépha Rouichi

Weitermachen und versuchen, zu vergessen. Und versuchen, zu überleben. Das tun die vielen vergewaltigten Mädchen und Frauen. In der Region Kasai habe ich mit einigen von ihnen gesprochen.

Der Konflikt in der Demokratischen Republik Kongo ist für alle hart. Die Leute gehen hungrig ins Bett, sie haben ihre Angehörigen verloren und sie müssen ihre Häuser verlassen. Aber das Leid der Frauen und Mädchen, die sexuelle Gewalt, Vergewaltigung, Stigmatisierung erfahren, ist unermesslich.

Miphie (23) ist eine von ihnen. Sie ist verheiratet und hat drei Kinder. Während unseres Treffens stillt sie ihr Baby. „Ich muss darüber sprechen“, sagt sie mir ruhig und blickt mich kaum an.

„Es passierte im letzten März. Ich habe mit meinem Ehemann und drei Männern Felder bestellt, die weit entfernt von unserem Haus sind. Als wir am Nachmittag die Heimreise antreten wollten, stoppten uns vier bewaffnete Männer. Sie fingen an, meinen Mann und die anderen Männer mit Stöcken zu schlagen und fesselten sie.

Ich war allein, mit meinem Baby in den Armen. Einer der Bewaffneten nahm es mir weg. Sie zerrissen meine Kleidung und vergewaltigten mich nacheinander vor meinem Mann und den Anderen. Sie waren furchtbar brutal. Danach stahlen sie unsere Macheten, unsere Arbeitskleidung und Handys. Sie nahmen auch mein ganzes Geld mit.“

Miphie hatte mehrere Tage lang starke Schmerzen und wurde drei Tage im Krankenhaus behandelt. Sie fühlt sich nun zwar körperlich besser, aber das Leben im Dorf ist unerträglich geworden. „Sie beleidigen mich, nennen mich eine Hure. Ich gehe nicht mehr aus dem Haus. Ich schäme mich so.“

Nach Vergewaltigungen leiden Frauen wie Miphie auch darunter, dass sie aus der Dorfgemeinschaft ausgeschlossen werden. Foto: CARE

Miphie sagt, dass wenigstens ihr Ehemann bei ihr geblieben ist. Viele Ehemänner verlassen ihre Ehefrauen, nachdem sie vergewaltigt wurden. Miphies Familie musste jedoch eine Ziege und zwei Hühner an ihre Schwiegereltern zahlen, um ihre Ehre wiederherzustellen.

Der Horror, den Frauen wie Miphie erleben, ist erschreckend und abscheulich. Es ist leicht, sich angesichts dieser Tatsache macht- und hilflos zu fühlen.

Aber wir sind nicht hilflos: Es gibt eine Menge, was CARE, aber auch andere Organisationen und die internationale Gemeinschaft tun können! Die Arbeit von CARE in der Demokratischen Republik Kongo zielt auf die Unterstützung von Überlebenden sexueller Gewalt, die Ausstattung von Gesundheitszentren sowie die Ausbildung von medizinischem und psychosozialem Personal ab.

Bei unserem Einsatz in den Gemeinden geht es darum, sexueller Gewalt vorzubeugen. Wir müssen das Tabu brechen und über solche Attacken reden und die Stigmatisierung von Überlebenden aufheben.

Bislang ist ein Finanzierungsaufruf der UN für Hilfe Kasai nur zu 40 Prozent finanziert. Bisher wurden erst 156.000 Menschen unterstützt. Um sicherzustellen, dass Frauen und Mädchen wie Miphie die Hilfe erhalten, die sie brauchen und verdienen, müssen die internationalen Geber ihre Mittel sofort erhöhen!

Danke für Ihre Unterstützung für CARE!

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