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18. April 2017

Der Respekt vor dem humanitären Mandat geht verloren

Nearly a year of fighting and fuel shortages has destroyed water pipes and water pumping facilities, so CARE is rehabilitating water sources and providing water tanks so women and children do not have to travel long distances to collect water. These young girls fill their jerry cans with water from a tank provided by CARE. Credit: Thana Faroq/CARE

„Wenn wir vor Jahren humanitäre Einsätze in Krisenregionen hatten, haben wir uns so sichtbar wie möglich gemacht. Wir haben unsere Logos auf die Autos geklebt, unsere Jacken, Kappen und Fahnen herausgeholt um zu zeigen, dass wir Hilfe leisten und unser humanitäres Mandat erfüllen. Der Respekt vor diesem humanitären Mandat ist jedoch in den letzten Jahren verloren gegangen,“ erzählt uns Marten Mylius, CARE Nothilfekoordinator für den Nahen Osten, der vor kurzem aus dem Jemen zurückgekommen ist.

Immer öfter werden humanitäre HelferInnen selbst zum Ziel bewaffneter Gruppen. Waren es im Jahr 2000 noch etwa 91 humanitäre HelferInnen die während ihrer Arbeit verletzt, getötet oder entführt wurden, stieg die Zahl im Jahr 2015 auf 287. Afghanistan, Somalia, Südsudan, Syrien und Jemen sind dabei die gefährlichsten Länder für MitarbeiterInnen von Hilfsorganisationen.

„In vielen Regionen können wir uns kaum noch frei bewegen,“ erzählt Mylius. „Wir versuchen so wenig aufzufallen wie möglich. Wir fahren mit alten zerbeulten Autos herum, den Weg zur Arbeit wechseln wir regelmäßig und auch das Haus verlassen wir nicht mehr zu denselben Zeiten.“

Die Gründe für die gestiegene Gewaltbereitschaft gegenüber Hilfsorganisationen sind vielseitig: westliche militärische Interventionen und gescheiterte Staatsbildungsprozesse dürften ebenso eine Rolle spielen wie der Versuch bewaffneter Gruppen, Territorium und  Zivilbevölkerung zu kontrollieren. Das Zulassen oder Zurückhalten von Hilfslieferungen für bestimmte Regionen wird so zu einer Waffe. Es sind aber auch ideologische Gründe die Mylius anführte: „Viele bewaffnete Gruppen lehnen die universelle Gültigkeit der Menscherechte als ein westliches Konzept ab.“

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