12. April 2017

CARE: Jemen vor Hungersnot

Über 17 Millionen Menschen im Jemen droht eine schwere Hungersnot, warnt die internationale Hilfsorganisation CARE. „Die Situation der Menschen ist katastrophal. Viele berichten, dass ihre Kinder kaum noch etwas zu trinken und zu essen haben. Wenn Krieg und Blockaden anhalten, ist eine Hungersnot unabwendbar“, berichtet CARE-Nothilfekoordinator Marten Mylius, der gerade aus dem Bürgerkriegsland zurückgekehrt ist.

Hier zur ZIB2 vom 11.4.2017

Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung sind von Nahrungsmittelunsicherheit betroffen, rund 462.000 Kinder leiden unter akuter Mangelernährung. Menschen brauchen dringend Lebensmittel, Wasser und sichere Unterkünfte. „Die internationale Gemeinschaft muss jetzt mehr Gelder bereitstellen, um das Leben unzähliger Frauen, Männer und Kinder zu retten. Gemeinsam mit Konfliktparteien muss sofort an einer schnellen und nachhaltigen politischen Lösung des Konfliktes gearbeitet werden“, so Mylius. Knapp zwei Milliarden Euro werden benötigt um 12 Millionen Menschen im Jemen mit humanitärer Hilfe zu erreichen – davon sind bisher nur rund 6,6 Prozent finanziert. „Armut, Hunger und Vertreibung sind beispiellos. Je länger nicht gehandelt wird, desto gravierender werden die Auswirkungen für die Menschen im Jemen und letztlich auch die Stabilität des Landes und der gesamten Region sein.“

Over 2.8 million people have been displaced by the war in Yemen over the past year. Many have lost everything including family members and their homes. CARE provides emergency cash to displaced families so they can buy food and pay rent in their temporary homes.
„We lost my son in an airstrike attack. He was the only one we could depend on. Now we have nothing and no one to provide for us,“ said a weeping mother and grandmother to four young girls.

CARE fordert die Konfliktparteien dazu auf, Blockaden von Transporten aufzuheben, damit Nahrungsmittel und lebenswichtige Importe Menschen in Not erreichen. Anhaltende Kriegshandlungen sowie kontinuierliche Angriffe auf zivile Infrastruktur erschweren den humanitären Zugang zur Bevölkerung. „Hilfstransporte müssen sich frei im Land bewegen können. Es muss ein Ende der Zerstörung von Zugangswegen geben, damit Hilfe die Menschen erreicht“, so Mylius. Bisher zeigten die politischen Akteure jedoch wenig Interesse an einer Lösung und tragen den Krieg weiterhin auf dem Rücken der Zivilbevölkerung aus, so der CARE-Helfer. Die Behinderung der humanitären Hilfe müsse sofort aufhören und die finanzielle Unterstützung für Hilfsorganisationen erhöht werden. Nur so könne eine Hungersnot noch abgewendet werden.

So hilft CARE:

Seit dem Ausbruch des Konfliktes hat CARE bereits über 1,3 Millionen Menschen mit dringend benötigter Nothilfe erreicht. Gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen verteilt CARE Nahrungsmittel und installiert neue Wassertanks, um vor allem für Frauen und Mädchen Wege zu verkürzen. Zusätzlich fördert CARE insbesondere Frauen und Mädchen mit Ausbildungsprogrammen.

Danke für Ihre Spende für Menschen in Not!

zurück zur Übersicht