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14. Dezember 2016

Aleppo: Schutz von Bevölkerung hat höchste Priorität

Zerstörtes Wohnhaus in Aleppo. Foto: CARE

Die Hilfsorganisation CARE begrüßt die Einstellung der Kampfhandlungen in Aleppo und die Evakuierung von BewohnerInnen.  Um die Bevölkerung zu schützen, fordern wir die Konfliktparteienauf, die Waffenruhe länger als nur ein paar Stunden einzuhalten.

In den vergangenen Tagen und Wochen wurden die Hoffnungen auf eine Lösung immer wieder enttäuscht. Die Konfliktparteien dürfen nicht mit dem Leben und den Hoffnungen von hunderttausenden Menschen spielen.

Es gibt Berichte, dass die syrische Regierung und ihre Verbündeten die Evakuierung und Krankentransporte behindern. Die Menschen können nun zwar die Stadt verlassen, aber das geht nicht so schnell wie nötig.

CARE leistet Nothilfe in Syrien. Foto: CARE

CARE hilft syrischen Flüchtlingen – auch vor Ort in Syrien. Bitte helfen Sie mit! Jeder Euro zählt. Dank Ihrer Spenden können wir schnell mehr notleidende Menschen mit CARE-Paketen versorgen.

 

Die UN muss sich mit ihren Partnern dringend auf die Bedürfnisse der Evakuierten vorbereiten. Den Menschen wurde alles genommen, sie benötigen dringend Schutz, Nahrungsmittel und medizinische Versorgung. Viele wurden Opfer von Gewalt und sind traumatisiert, sie werden psychosoziale Unterstützung benötigen.

Die jüngste Evakuierungsvereinbarung macht allerdings Monate der gesetzwidrigen Belagerung und Jahre der wahllosen Bombardierung nicht ungeschehen. Die Verletzungen des internationalen humanitären Völkerrechts müssen sofort aufhören.

Heute ist es Aleppo, morgen vielleicht eine andere Stadt in Syrien, die für die Grausamkeiten des Krieges steht. Hunderttausende Zivilisten sind in Gefahr, im Kampf verletzt oder getötet zu werden. Es kann und darf so nicht weitergehen.

CARE ruft die Regierungen Europas dazu auf, Konsequenzen für Kriegsverbrechen durchzusetzen. Die Kriegsverbrechen aller Parteien in Syrien müssen bestraft werden. Die Grausamkeiten in Aleppo haben ein unvorstellbares Ausmaß erreicht und werden sich in anderen Gebieten wiederholen, wenn die Internationale Gemeinschaft nicht entschlossen handelt und klarstellt, dass die unmenschliche Situation in Syrien nicht mehr zu tolerieren ist.

CARE ist um die Sicherheit der Zivilbevölkerung sehr besorgt. Es gibt mehrfach gut dokumentierte Berichte über Exekutionen, Verhaftungen, Folter und das Verschwinden von ZivilistInnen. CARE fordert die Entsendung von unabhängigen BeobachterInnen, um die Sicherheit der Bevölkerung zu gewährleisten.

Für die etwa 500 Menschen, die bis Mitte November in Aleppo umkamen, kommt jedoch jede Hilfe zu spät. Es ist inakzeptabel, dass die Feuerpause durch die Blockade Russlands im UN-Sicherheitsrat erst so spät durchgesetzt werden konnte und dadurch viele Menschen ihr Leben verloren. Den BewohnerInnen muss es freigestellt bleiben, ob sie sich aus den umkämpften Gebieten zurückziehen wollen oder bei ihren Familien vor Ort verweilen – ihren völkerrechtlichen Status darf das nicht beeinflussen.

Die Vereinten Nationen haben das Versagen der Internationalen Gemeinschaft, die Menschen in Aleppo zu schützen, in einer Sondersitzung des Sicherheitsrats bestätigt. CARE begrüßt den Vorschlag Frankreichs, den Gebrauch des Vetorechts bei Massakern nicht anwenden zu dürfen und ruft die Generalversammlung auf, sich diesen Vorschlag genau anzusehen. Das Veto von ein oder zwei Staaten darf nicht zu Handlungsunfähigkeit bei Massenmord führen.

Die Kampfhandlungen müssen nicht nur in Aleppo, sondern in ganz Syrien gestoppt werden, um Zugang für humanitäre Hilfe zu schaffen und Evakuierungen auch in belagerten Gebieten zu ermöglichen.

CARE ruft zudem die UN-Mitgliedsstaaten auf, den diplomatischen Druck auf die Konfliktparteien zu erhöhen, um den Konflikt durch Verhandlungen beizulegen. Im sechsten Jahr dieses Konflikts ist das dringend nötig. Alle Konfliktparteien, insbesondere die Regierungen von Syrien und Russland, sind für alle Verbrechen, die während des Konflikts begangen wurden, zur Rechenschaft zu ziehen.

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