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5. August 2018

Äthiopien: „Wir hatten nur die Kleider, die wir trugen“

Somali-Region in Äthiopien, September 2017: Roma Mohammed Abdulla (24) und ihr Ehemann Abdureshid Wako Ahmed (27) müssen mit ihrem ersten gemeinsamen Kind fliehen. Zwischen den Bevölkerungsgruppen der Oromo und Somali kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die dazu führen, dass die Familie – so wie viele ihrer Nachbarn – aus ihrem Heimatdorf vertrieben wurden. Roma ist in großer Sorge um ihre Angehörigen, die sich nach wie vor in der Somali-Region aufhalten.

Wir hatten nichts außer den Kleidern, die wir trugen“, erinnert sich Roma an die traumatischen Tage ihrer Flucht. „Wir mussten alles zurücklassen, was wir uns aufgebaut hatten. Aber ich bin sehr dankbar, dass die Region Oromia uns in dieser schwierigen Situation aufgenommen hat.“

Jetzt leben Roma und ihre Familie in einem Camp für intern Vertriebene. Dort erhält sie Nahrungsrationen, Kochutensilien sowie Matratzen und Decken von CARE. Zusätzlich bekommt sie durch Unterstützung des „Cash-Transfer-Programms“ auch etwas Bargeld. Der Ansatz der Europäischen Union, auch Bargeld-Soforthilfe zu leisten, bietet in Notsituationen einerseits Flexibilität. Andererseits ermöglicht er Menschen in Not, nach Bedarf vor Ort auf lokalen Märkten einzukaufen, was gerade am dringendsten benötigt wird – und erspart den logistisch aufwändigen Transport von Sachspenden.

Als sie flüchten musste, war Roma gerade hochschwanger, ihr Kind wurde im Flüchtlingslager geboren. „Ein Kind zu bekommen ist eigentlich Grund zur Freude. Aber unter diesen Bedingungen hat es mir das Herz gebrochen“, so Roma. „Mit einem Teil der 3.200 Birr (ca. 100 Euro), die wir von CARE als Soforthilfe bekommen haben, konnten wir Gott sei Dank die nötigen Medikamente und Hygieneartikel kaufen, die man für ein Baby braucht.“

Den Rest investierte sie in eine Ziegenzucht. „Bisher läuft alles sehr gut“, freut sich Roma. „Ich konnte die ersten beiden Ziegen mit Gewinn verkaufen, und für die nächsten hoffe ich auf gute Preise – das Äthiopische Neujahrsfest steht bevor.“ Gemeinsam mit ihrem Mann arbeitet sie weiter daran, ihr Geschäft auszubauen. Mit einem kleinen Restaurant will sie das Einkommen aus der Obst- und Gemüseproduktion, die sie zusätzlich begonnen hat, weiter aufbessern. Denn: „Unser Ziel ist es, dass unsere Kinder zur Schule gehen können.“

Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.

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