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21. Januar 2015

Äthiopien: Im Kampf gegen den Hunger

„Ich stillte meine Zwillinge zwar die ganze Zeit, jedoch schützte es sie nicht vor einer starken Unterernährung, da meine Nahrung nicht genügend nährstoffreich war und ich nicht jeden Tag ausreichend Essen hatte“, erinnert sich Malicha an den Gesundheitszustand ihrer neugeborenen Kinder vor einem Jahr.

Malicha und ihre Kinder leben in bitterer Armut in Milyo Woreda in Äthiopien, wo widerkehrende Dürren, Klimawandel, die Erschöpfung der Rohstoffe sowie die mangelnde Widerstandsfähigkeit der Gebäude der Bevölkerung zu schaffen machen. Sie ist 26 Jahre alt und Mutter von fünf Kindern.

CARE-Projekt zur Bekämpfung akuter Unterernährung

Malicha gehört zu den ärmsten der Armen und nimmt am CARE-Projekt zur Bekämpfung akuter Unterernährung teil, das von ECHO (ommission’s Humanitarian Aid and Civil Protection) finanziert wird.

Das Ziel des Projektes ist es, akute Unterernährung effektiv und nachhaltig zu bekämpfen. So sollen die Menschen in den Bereichen Ernährung, Wasser, sanitäre Einrichtungen, Hygiene und Lebensunterhalt übergreifend unterstützt werden.

Zunächst erhielt Malicha von CARE mit Nahrungsmittelsoforthilfe für ihre Zwillinge, Unterstützung bei der Fütterung und Pflege ihrer Kinder sowie Hilfe im Umgang mit ihren Ersparnissen. Auch im Bereich der Ziegen- und Geflügelhaltung wurden ihr verschiedenste Techniken beigebracht. Malicha war klug genug, diese Vorteile zu nutzen und so viele wertvolle Fähigkeiten zu lernen.

Ein Traum wird wahr

Einen der Vorteile, den Malicha durch diese Initiative erhielt, war die Bereitstellung von nahrhaften Lebensmitteln für ihre Neugeborenen. Nachdem bei beiden eine akute Mangelernährung festgestellt wurde, erhielten sie einen Platz im therapeutischen Ernährungsprogramm von CARE und bekamen während zweieinhalb Monaten Aufbaunahrung, sogenannte „Plumpy Nuts“. Diese Behandlung half den Säuglingen, sich von der schweren Unterernährung zu erholen.

Zusätzlich bekamen die Kinder einen Platz in einem zweiten Ernährungsprogramm, da die Krankenschwestern eine weitere Behandlung für notwendig hielten. Malicha erhielt in den drei darauffolgenden Monaten 18.75 Kilogramm einer Mais-Soja-Mischung für jedes ihrer Kinder und fütterte es ihnen in Form von Brei und Suppe. Das half Malichas Kindern, schnell wieder an Gewicht zuzulegen und ihre Unterernährung zu bekämpfen. So wurde Malichas Traum wahr.

Hoffnung für die Zukunft

Um zu verhindern, dass Malicha und ihre Kinder erneut unter der Unterernährung leiden müssen, lernte sie von CARE, wie sie mit ihren Ersparnissen am besten umgehen soll. Zu diesem Zweck bekam sie eine Schulung über Ersparnisse, Kreditrückzahlungen und Konfliktlösung. Seit Malicha ein Mitglied einer Kleinspargruppe ist, hat sie schon rund 10 Euro gespart.

CARE zeigte ihr nicht nur die Vorteile vom Sparen, sondern gab ihr auch eine Vermögensbasis in Form von vier Ziegen und fünf Junghennen. Diese Tiere sollen Malicha und ihrer Familie den Zugang zu nahrhafter Lebensmitteln erhöhen und ihren Lebensgrundlage verbessern. Malicha weiß ganz genau, dass diese Tiere eine gute Nahrungsquelle und ein Einkommen sein können, wenn sie gut gefüttert und gepflegt werden.

Inzwischen haben zwei ihrer Ziegen bereits Nachwuchs bekommen. Diese Milch kann Malicha ihren kleinen Kindern geben. Der Rest der Ziegen wird auch bald Junge bekommen und so die Ernährung der Familie sichern.

Dasselbe gilt für die Hühner. Wenn diese beginnen Eier zu legen, kann Malicha ihren Kindern auch gekochte Eier zum Essen geben. Zusätzlich kann sie einige Hühner zum Ausbrühten der Eier verwenden und den Rest auf dem Markt verkaufen, um ein wenig Geld zu verdienen.

Zusätzlich verkauft Malicha nun auch Feuerholz und kauft davon Milch, Kohl, Kartoffeln, Eier und Karotten. Mit diesen Lebensmitteln sichert sie ihren Kindern einen gesunden Start in die nächsten Monate.

Respekt in der Nachbarschaft

All diese Anstrengungen verbessern nicht nur die Ernährungssituation von Malicha, sondern auch ihren gesellschaftlichen Status in der Gemeinde. „Die Leute in meiner Nachbarschaft behandeln mich nun mit Respekt, nachdem CARE mir Ziegen und Hühner gab“, sagt sie.

Malicha ist sich sicher, dass ihr und ihrer Familie eine positive Zukunft bevorsteht, die nur durch die gut koordinierten Anstrengungen von ECHO, CARE und der Milyo Woreda Katastrophen Prävention sowie dem Bereitschafts- und Gesundheitsamts möglich wurde.

Wir bedanken uns für die Unterstützung bei:

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