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16. Januar 2019

Äthiopien: „Früher musste ich im Dunkeln Wasser holen“

CARE hat mit der Unterstützung der EU einen Brunnen revitalisiert.

Seynu Ibro Mumed (40) ist verwitwet und sorgt alleine für ihre fünf Söhne. Das allein wäre überall auf der Welt schwer genug. In Äthiopien kommt dazu, dass Frauen wie Seynu auch dafür verantwortlich sind, dass ihre Familien Wasser haben.

Was das jeden Tag bedeutet, beschreibt Seynu so: „Du gehst eine Stunde bis zur einzigen Wasserstelle, die es hier noch gibt. Dann dauert es noch eine Stunde, bis du tatsächlich beim Wasser angekommen bist, weil es immer eine lange Schlange von Menschen gibt, die anstehen.“

So einen weiten Weg muss Seynu nun nicht mehr zurücklegen. CARE hat mit Unterstützung der Europäischen Union einen Brunnen in der Nähe ihres Dorfes Tula Sherka im Distrikt Babile revitalisiert. „Jetzt bin ich in 15 Minuten beim Brunnen“, freut sich Seynu. Ihre einzige Einkommensquelle ist ein kleines Stück Land, auf dem sie zum Beispiel Mais anpflanzt. Wenn etwas überbleibt, versucht sie es zu verkaufen.

Der Nachteil der früheren Wasserstelle war nicht nur die große Entfernung. Sie ist nicht eingezäunt und wird durch Tiere verunreinigt. In der Folge leiden die Menschen an durch Wasser übertragenen Krankheiten wie Durchfall.

Für Seynu gab es noch eine Belastung. „Ich kann erst Wasser holen, wenn ich alles andere im Haushalt erledigt habe“, erklärt sie. „Das bedeutet, dass ich nachts im Finsteren unterwegs war. Die Kinder waren in der Zwischenzeit allein.“ Nicht nur ein Mal ist sie dabei Hyänen begegnet. Manchmal kommt es in der Dunkelheit auch zu Überfällen.

„Seit es den neuen Brunnen gibt, muss ich mir keine Sorgen mehr über meine Sicherheit oder die meiner Kinder machen“, sagt Seynu. „Und niemand in meiner Familie hat mehr Durchfall!“

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