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27. Februar 2018

Äthiopien: 7 Stunden Fußmarsch für einen Kanister Wasser

Als dieser Brunnen außer Betrieb war, mussten die Frauen 7 Stunden zu Fuß zur nächsten Wasserstelle gehen. Foto: CARE

„Die letzten eineinhalb Jahre hat hier die Wasserpumpe nicht funktioniert“, berichtet Dalu Jaldessa aus Fuloromso, Äthiopien. „Für uns bedeutete das: sieben Stunden Fußmarsch, um einen Kanister Wasser zu holen.“

Die 46-jährige Mutter von acht Kindern musste täglich zu Fuß zur nächsten funktionierenden Wasserstelle gehen. „Du musst sehr früh los, damit du bei der Wasserstelle bist, bevor die Rinder kommen“, erzählt Dalu. Der Brunnen ist für Mensch und Tier gedacht. „Außerdem ist dort ohnehin viel los, 30 Minuten Wartezeit sind keine Seltenheit.“

„Der Heimweg mit dem Kanister am Rücken war sehr anstrengend. Meine älteste Tochter hat mich in den letzten Monaten begleitet, damit wir auch Wasser für die schwächeren Kälber mitnehmen konnten.“ Manche Familien sind in die Nachbarregionen gezogen – denn dort gab es noch Wasser.

„Ich war jeden Tag so unglaublich müde. Wenn ich nach Hause kam, haben meine Kinder schon auf mich gewartet, sie hatten Hunger. Aber was sollte ich machen? Ein bisschen Hunger ist besser als wenn sie verdursten“, sagt Dalu.

Einige Frauen aus ihrem Dorf reisten in die Hauptstadt des Distrikts, um den Behörden den Schaden zu melden und sich über den fehlenden Zugang zu sauberem Trinkwasser zu beschweren. Sie wurden vertröstet: „Sie haben gesagt ‚Ihr müsst warten, bis das im nächsten Budget berücksichtigt ist‘“, erinnert sich Dalu kopfschüttelnd.

„Gott sei Dank ist das jetzt vorbei“, freut sich Dalu. Die Wasseranlage in Fuloromso ist wieder in Betrieb: mit Unterstützung der Europäischen Union konnte CARE die Wasserpumpe der Brunnenanlage wieder instand setzen.

„Es ist kein Vergleich zu vorher! Statt einen halben Tag unterwegs zu sein, kann ich schnell Wasser holen während ich Essen für meine Kinder zubereite – ohne Rückenschmerzen und Erschöpfung. Aber das Wichtigste ist, dass meine Tochter jetzt wieder zur Schule geht, anstatt Wasser zu holen.“

Mehr Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.

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