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Uganda: „Das Leben war schwieriger, bevor die Flüchtlinge kamen“

Asina und ihre Kinder vor ihrer Hütte in der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi
Asina und ihre Kinder vor ihrer Hütte in der Flüchtlingssiedlung Bidi Bidi. Foto: Jennifer Bose/CARE

Jeden Tag fliehen tausende Menschen aus dem Südsudan ins benachbarte Uganda. ‚Wie gehen die Gastgemeinden damit um?‘, fragte sich CARE-Helferin Jennifer Bose. Sie war in Uganda, um sich ein Bild von einer der größten Flüchtlingskrisen der Welt zu machen.

Asina zog vor sechs Jahren nach Bidi Bidi, schon lange bevor das Dorf zum größten Flüchtlingslager der Welt wurde. „Ich bin glücklich hier“, sagt sie zu mir. Auf einem Feld neben dem Haus baut sie Mais an, ihre jüngeren Kinder spielen darin Fangen.

Von der Ernte kann sie ihre sechs Kinder ernähren und auch einen Teil auf dem Markt verkaufen, zusammen mit selbst hergestellten Besen. „Früher habe ich 500 Schilling (umgerechnet etwa zwölf Cent) für einen Besen bekommen, aber durch die erhöhte Nachfrage kann ich einen höheren Preis verlangen. Das Leben war schwieriger, bevor die Geflüchteten zu uns gekommen sind“, sagt sie.

Asina ist eine der vielen Einwohnerinnen von Uganda, die die Menschen, die vor der Krise im Südsudan fliehen mussten, mit offenen Armen empfangen. „Ich profitiere davon, dass so viele Menschen nach Bidi Bidi gekommen sind. Es wurden neue Straßen gebaut und eine Schule eröffnet, sodass meine Kinder jetzt einen kürzeren Schulweg haben. Außerdem kann ich mehr Geld verdienen. Als meine Felder wegen der Dürre verdorrten, konnte ich mir mit der Herstellung von Besen ein neues Einkommen schaffen“, erzählt Asina.

Als die Krise im Südsudan im Dezember 2016 ihren Höhepunkt erreichte, suchten in Imvepi jeden Tag 7.000 Menschen Zuflucht. Aktuell kommen täglich weitere 2.000 Menschen hinzu. Diese Zahl kann sich jederzeit wieder erhöhen. Obwohl die Infrastruktur bereits ausgebaut wurde, sind die Ressourcen des Flüchtlingslagers nahezu erschöpft.

In Imvepi fehlen grundlegende Dinge wie Wasser, Nahrung und medizinische Einrichtungen. Aktuell versorgen gerade einmal 17 Bohrlöcher die 110.000 Bewohner des Flüchtlingslagers mit Wasser. Es gibt neun Schulen und zwei Krankenhäuser – eine Herausforderung, vor allem für ältere Menschen und Mütter mit kleinen Kindern, die die weiten Wege zur nächsten Wasserstelle oder dem Krankenhaus kaum bewältigen können.

Für Asina überwiegen jedoch die positiven Folgen. „Weil wir Geflüchtete aufnehmen, bekommen wir Gastgemeinden auch Unterstützung von den Hilfsorganisationen“, sagt sie. Die ugandische Regierung schreibt vor, dass Hilfsorganisationen ihre Unterstützung im Verhältnis 70:30 auf Geflüchtete und Gastgemeinden aufteilen müssen. Das bedeutet, dass jede Wasserstelle und jedes Krankenhaus, das 700 Geflüchtete versorgt, gleichzeitig auch für 300 Einheimische zugänglich sein muss.

CARE hat in Imvepi 2.500 Notunterkünfte für Geflüchtete mit besonderen Bedürfnissen aufgestellt. Da diese Unterkünfte jedoch nur für etwa drei Monate halten, ist es wichtig, dass zusätzlich stabilere Unterkünfte und feste Gebäude errichtet werden, die nach der Rückkehr der Geflüchteten auch für andere Zwecke genutzt werden können.

Bitte unterstützen Sie die Nothilfe von CARE! Jeder Euro hilft!