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CARE-Erinnerungspaket

„Ein CARE-Paket zu bekommen war fast wie Weihnachten“

Christa Chorherr
„Es war ein sehr kalter Winter 1945/46. Heizmaterial gab es kaum. Darum hatten wir nur einmal in der Woche Schule. Daheim war es genauso kalt, das Fensterglas war durch die Bomben zerborsten. Strom und Gas gab es nur stundenweise. Ich war damals knapp elf Jahre alt. Weil ich tuberkulosegefährdet war, bekam ich CARE-Pakete. Ein CARE-Paket zu bekommen war fast wie Weihnachten – natürlich Weihnachten früher, als es noch eine Bescherung gegeben hatte. Aber Nahrungsmittel waren ohnedies die wunderbarsten Geschenke! Mit Kakao! So etwas hatten wir schon ewig nicht gehabt. Ich war glücklich und stolz, ein so herrliches Paket bekommen zu haben. Ich hoffe, dass CARE-Pakete heute Kindern weltweit ebensolche Freude bereiten wie uns damals“.
Foto: ©Christa Chorherr

„Die Freude damals ist kaum zu beschreiben … wegen dem Erkennen, dass da draußen irgendwo in der Welt Menschen sind, die für dich da sind und die dir helfen.“

Fritz Vessely
„Das Ausräumen des unansehnlich wirkenden Pappkartons gestaltete sich zu einem Freudenfest für Mama, meinen Bruder und mich. Freilich waren es nicht alleine die 40.000 Kalorien hochwertiger Lebensmittel, die der ansonsten leeren Küchenkredenz plötzlich einen Sinn gaben. In dem Paket schien jeder freie Zwischenraum mit Kleinigkeiten die gar nicht so sehr vor dem Verhungern schützen sollten sondern einfach nur Freude bereiteten, ausgenutzt worden zu sein. Da steckten Kaugummipakete und Brausepulversackerl zwischen Corned-Beef und Gries und in einem anderen Zwischenraum Aspirin oder Obstzuckerl und dann tauchten wieder Lollies oder eine Tube Zahnpasta oder irgendwelche Vitamintabletten auf, oder Lebertrankapseln, die mir das Schlucken des Löffels Lebertran ersparten. Auch immer wieder einige Packerl Zigaretten, für die wir zwar keine Verwendung hatten, die man aber wieder ganz gut gegen etwas Nahrhaftes eintauschen konnte.
Es ist mir nicht möglich zu sagen, ob dieses Paket das einzige war dass wir erhielten oder ob noch weitere folgten, jedenfalls die Freude damals ist kaum zu beschreiben: Nicht nur wegen der so dringend benötigten Lebensmittel und der Kleinigkeiten, die so viel Freude und Spaß machten, sondern wegen dem Erkennen, dass da draußen irgendwo in der Welt Menschen sind, die für dich da sind und die dir helfen.“
Foto: ©Katharina Schiffl

„Am besten kann ich mich an die Trockenmilch, das Dosenfleisch erinnern. Die Trockenmilch habe ich am liebsten gelöffelt und gar nicht als Milch aufgelöst getrunken. An den Geschmack erinnere ich mich noch heute. „

Sonnhild Cakl
„Ich bin 1941 geboren und meine Mutter flüchtete mit meinem Bruder und mir 1945 von Reichenberg (heutiges Liberec in Tschechien) nach Wien. Mein Vater starb im Krieg. Aufgenommen wurden wir im 3. Wiener Gemeindebezirk in der Hetzgasse. Damals wurden Flüchtlinge Menschen zugewiesen und mussten aufgenommen werden. Das hing von der m²-Größe der Wohnung und der Anzahl der dort wohnenden Personen ab. Die Frau, die uns aufgenommen hatte, hieß Anna Stohmann, war alleinstehend und hat uns herzlich aufgenommen und wir sind zu einer Familie geworden. Bei ihr wohnten wir bis 1951. Dann zogen wir nach Linz. Ein CARE-Paket haben wir in unserer Wiener Zeit, irgendwann zwischen 1946 und 1951 bekommen. Am besten kann ich mich an die Trockenmilch, das Dosenfleisch erinnern. Die Trockenmilch habe ich am liebsten gelöffelt und gar nicht als Milch aufgelöst getrunken. An den Geschmack erinnere ich mich noch heute. Mein Bruder erinnert sich an die Trockenerbsen. Und meine Mutter hat eine Jeans bekommen. Das weiß ich noch ganz genau, weil das war damals sehr ungewöhnlich: eine Frau, die Hosen trägt.“
Foto: ©Cakl

„Wir waren sechs Mädchen, also ohne männliches Wesen, das uns hätte versorgen können. Daher ging unsere Mutter waschen und putzen, damit wir nicht verhungerten. Wie schön war es da, als ein CARE-Paket eintraf.“

Brunnhilde Nussbaumer
„Wir waren sieben Kinder und lebten in Linz. Mein Bruder und mein Vater kamen nicht mehr aus dem Krieg heim. Ich sehe heute noch meine von Schmerz gebeutelte Mutter vor mir. Wir waren sechs Mädchen, also ohne männliches Wesen, das uns hätte versorgen können. Daher ging unsere Mutter waschen und putzen, damit wir nicht verhungerten. Wie schön war es da, als ein CARE-Paket eintraf. Da gab es plötzlich Schokolade, Trockenmilch und gelben Butterkäse. Schön aufteilen, hieß es da! Einmal, ich war sieben Jahre alt, war ich alleine daheim und schlich mich verstohlen in den Keller, wo dieses Wunderpaket aufbewahrt war. Ich setzte mich auf den Kokshaufen und hackte mit einem Messer Trockenmilch herunter und aß bis mir schlecht wurde. Natürlich bekam ich große Schimpfe, aber was tut man nicht alles, wenn man Hunger hat. Wie schön, dass wir heute in der Lage sind Flüchtlingen helfen zu können!“
Foto: ©CARE