Ein Jahr nach der Hungerkatastrophe am Horn von Afrika
Wien, 18. Juli 2012. Am kommenden Freitag, den 20. Juli, jährt sich die Ausrufung der Hungersnot in einigen Regionen Somalias. Insgesamt waren von der verheerenden Hungerkatastrophe im vergangenen Sommer mehr als 12 Millionen Menschen betroffen – neben Somalia auch in Kenia, Äthiopien und Dschibuti. CARE konnte seitdem 2,8 Millionen Menschen helfen.
„Die humanitären Interventionen im letzten Jahr haben unzählige Menschenleben gerettet“, erklärt CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager, „doch auch in diesem Jahr kämpfen die Familien in der Region darum, genügend zu essen zu haben.“ Verstärkte Investitionen in Vorsorgeprogramme seien notwendig und auf lange Sicht auch kostengünstiger als Nothilfeeinsätze. Deshalb weite CARE seine Programme aus, um die Infrastruktur und die Landwirtschaft in den betroffenen Gemeinden zu stärken. „Nur so kann der Kreislauf des Hungers durchbrochen werden“, betont Wagner-Hager.
Außerdem merkt sie an: „Die ostafrikanischen Regierungen sollten in den Dürreregionen gezielt in Infrastrukturprojekte wie den Bau von Brunnen, Bewässerungssystemen und Straßen investieren.“ Und von internationalen Gebern müssten Hilfsorganisationen die Flexibilität erhalten, bestehende Entwicklungsprogramme in Krisenzeiten kurzfristig zu humanitärer Hilfe aufzustocken.
Zwar sind die Regenvorhersagen für diesen Sommer gut, jedoch kann sich die Situation am Horn von Afrika jeden Moment schlagartig ändern. „Wenn die Ernten zu gering ausfallen, die Konflikte in der Region erneut zu Flüchtlingsströmen führen oder die Nahrungsmittelpreise steigen, benötigen Millionen Menschen wieder sofort Hilfe“, so Wagner-Hager. Mehrere Gemeinden in Süd- und Zentralsomalia, Nord- und Nordostkenia sowie Südäthiopien befinden sich noch immer im Krisenzustand.
Erst in der vergangenen Woche warnte CARE gemeinsam mit sechs weiteren Hilfsorganisationen vor einer Finanzierungslücke von 20 Millionen Euro für Dadaab, das weltweit größte Flüchtlingslager. Die Versorgung von mindestens 200.000 Menschen ist gefährdet. Unter anderem benötigen 130.000 Flüchtlinge dringend neue Unterkünfte. Auch ist laut einem Bericht der Hilfsorganisationen die Wasserversorgung von 50.000 Flüchtlingen ab September ungesichert. Im vergangen Jahr um ein Drittel angewachsen, beherbergt Dadaab mittlerweile 465.000 Flüchtlinge.
Die Hilfsorganisationen rufen die internationale Gemeinschaft dazu auf, langfristige Lösungen für das seit zwei Jahrzehnten bestehende Flüchtlingslager zu erarbeiten. Ein Rückgang der Hilfsgelder könnte die Sicherheitslage in der Region weiter verschlechtern.
CARE International hat seit letztem Sommer ungefähr 13 Millionen Euro für Nothilfe-Projekte am Horn von Afrika aufbringen können. In den nächsten fünf Jahren benötigt CARE noch einmal 260 Millionen Euro, um die gesteckten Ziele der Übergangshilfe und Katastrophenvorsorge umzusetzen.
TIPP: Bericht über die Lage in Dadaab, „The Human Costs for the Funding Shortfalls for the Dadaab Refugees Camps“ (von CARE, Catholic Relief Services, Danish Refugee Council, International Rescue Committee, Lutheran World Federation, Oxfam, and Terre des Hommes)
Factsheet: wie CARE geholfen hat!
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Mag. Patricia Kröll
CARE Österreich
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