Datum: 06. Juli 2012

Afghanistan-Konferenz in Tokio: Fortschritte für Frauen in Gefahr

Wien / Kabul, 6. Juli 2012. Im Vorfeld der internationalen Konferenz zu Afghanistan, die am 8. Juli in Tokio stattfindet, ruft die Hilfsorganisation CARE dazu auf, die Rechte von Frauen und Mädchen ins Zentrum der Geberverpflichtungen zu stellen. Andernfalls seien die im letzten Jahrzehnt erzielten fragilen Fortschritte im Bereich Frauenrechte in Gefahr, darunter ein verbesserter Zugang zu Bildung und Gesundheitsdiensten. “Die Rechte und Bedürfnisse der weiblichen Bevölkerung waren viel zu lang ein Randthema in der nationalen und internationalen Afghanistan-Politik”, kritisiert Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich. „Das muss sich in Tokio ändern.“

 

In einem heute veröffentlichten Bericht („Women and transition in Afghanistan“) warnt CARE davor, dass Hilfsgelder, die direkt an die afghanische Regierung gezahlt werden, Frauen und Mädchen nicht zugute kommen könnten, wenn es keine Kontrollen über die Mittelverwendung gibt. Anlass zu dieser Sorge geben für Tokio geplante Beratungen darüber, die bilaterale Hilfe zunehmend durch die Zentralregierung in Afghanistan umzusetzen. CARE fordert eine rigorose Überwachung der staatlichen Behörden und der Zugangsmöglichkeiten von Frauen zu diesen Geldern.

 

Gleichzeitig äußert sich die Hilfsorganisation besorgt über die Zunahme der Gewalt in vielen Landesteilen, von der immer mehr Frauen und Mädchen betroffen sind. Humanitäre Hilfsprogramme müssten deshalb mehr Mittel erhalten. CARE fordert zudem die aktive Beteiligung von Frauenorganisationen bei der Planung und Überprüfung von Hilfsmaßnahmen ein, um sicherzustellen, dass die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen nicht nur im Abschlussdokument der Konferenz thematisiert, sondern entsprechende Maßnahmen auch tatsächlich umgesetzt werden.


CARE arbeitet seit 1961 in Afghanistan und führt u.a. Programme im Bildungsbereich durch. Ein besonderer Schwerpunkt der Hilfsorganisation gilt der Stärkung von Frauen und Mädchen. 2011 hat CARE landesweit mehr als 750.000 Frauen unterstützt.  

 

Den Bericht "Women and transition in Afghanistan" finden Sie hier.

 (Foto: CARE/Phil Borges)

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