Tschad: Hungernde Familien verkaufen ihren gesamten Besitz
CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager besucht diese Woche die Krisenregion
N´Djamena, Tschad / Wien, 2. Juli 2012 – Die Hungerkrise in der Sahelzone verschlimmert sich von Tag zu Tag, im Tschad sind 3,6 Millionen Menschen betroffen. Die Hilfsorganisation CARE warnt, dass viele Familien ihr gesamtes Hab und Gut verkaufen, um sich Nahrung kaufen zu können und so immer tiefer in die Armutsspirale geraten.
„Die Menschen verkaufen ihr Vieh. Damit verlieren sie ihre wichtigste Existenzgrundlage und haben nichts mehr, auf das sie im Notfall zurückgreifen können. Das heißt, die Gefahr ist groß, dass diese Familien bald völlig verarmt sein werden, insbesondere wenn die nächste Ernte so schlecht wie letztes Jahr ausfällt“, warnt Francis Hammond, Leiter des CARE-Länderbüros im Tschad.
Um eine möglichst gute Ernte sicherzustellen, verteilt CARE Saatgut und landwirtschaftliche Geräte. Auch Brunnen werden repariert und Kanister verteilt, um die Wasserversorgung zu verbessern. „Manche Frauen müssen täglich bis zu elf Stunden gehen, um Wasser zu holen“, bedauert Hammond. Bis jetzt hat CARE Nahrungsmittel und Trinkwasser an 43.312 Menschen verteilt. Besonderes Augenmerk wird auf die Nahrungsversorgung von Kindern unter zwei Jahren sowie stillenden Müttern gelegt. Die Hilfe müsste dringend ausgeweitet werden, denn die nächste Ernte wird erst im Oktober erwartet. Doch dafür fehlt das Geld – von den 1,6 Millionen Euro, die CARE für geplante Nothilfemaßnahmen benötigt, sind erst 30 % finanziert.
Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich, hofft auch auf österreichische Spendengelder: „Die letztjährige Hungerkrise am Horn von Afrika hat auf tragische Weise verdeutlicht, wie teuer zu spätes Handeln kommt – es kostet nicht nur viel mehr Geld, das Leben eines fast verhungerten Kindes zu retten, es ist auch moralisch nicht zu vertreten, es so weit kommen zu lassen.“ In den nächsten Tagen wird sie selbst mehrere CARE-Hilfsprojekte im Tschad besuchen, um sich ein Bild von der aktuellen Lage zu machen. U.a. sind auch Treffen mit VertreterInnen anderer Hilfsorganisationen sowie lokalen Politikern geplant.
Achtung Redaktionen: Andrea Wagner-Hager steht gern für Interviews während und nach ihrer Tschad-Reise zur Verfügung! Bei Interesse kontaktieren Sie bitte unsere Pressestelle.
Fotos: CARE/Rodrigo Ordonez 2012
CARE-Spendenkonto PSK 1.236.000, BLZ 60.000 „Sahelzone“
SMS mit Spendenbetrag an 0676/8007020
www.care.at
Rückfragen:
Mag. Angelika Gerstacker
Referentin für Presse, Medien & Anwaltschaft
CARE Österreich
Tel.: +43 (1) 715 0 715-52
Mobil: +066488731425
E-mail: angelika.gerstacker@care.at
www.care.at







