Rio+20: Visionen reichen nicht!
Rio de Janeiro / Wien, 21 Juni 2012. Dem derzeitigen Entwurf einer Abschlusserklärung, auf die sich die Staats- und Regierungschefs bis morgen (Freitag) einigen sollen, fehlt es an der notwendigen Verbindlichkeit, um die Bekämpfung von Armut und Umweltzerstörung voranzubringen, warnt die Hilfsorganisation CARE. „Es gibt weder klare Ziele, noch einen Zeitrahmen oder finanzielle Verpflichtungen“, beklagt Stefan Mielke, CARE-Klimaexperte und derzeit vor Ort in Rio. „Das ist so, als würde man einem Seefahrer sagen, er solle das stürmische Meer ohne Karte, Kompass und Segel überqueren.“ In der verbleibenden Zeit müsse alles dafür getan werden, deutlichere Worte und Verpflichtungen auszuhandeln.
CARE ruft die VerhandlungspartnerInnen in Rio dringend dazu auf, den Gipfel nicht verstreichen zu lassen, ohne doch noch konkrete, ambitionierte Maßnahmen im Bereich nachhaltige Entwicklung zu beschließen.
CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager: „Angesichts der katastrophalen Folgen, die der Klimawandel schon heute für die ärmsten Länder hat, kann es sich die Weltgemeinschaft absolut nicht leisten, Gegenmaßnahmen von einer Megakonferenz zur anderen zu verschieben, auf der dann wieder nur heiße Luft produziert wird!“ Finanz- oder Wirtschaftskrisen dürften kein Argument sein, um die Zukunft des Planeten und von Milliarden Menschenleben aufs Spiel zu setzen. Dringend benötigt würde eine „Roadmap für nachhaltige Entwicklung“ sowie verbindliche Zusagen der Industrieländer, ihre CO2-Emissionen so schnell wie möglich zu reduzieren und den Entwicklungsländern dabei zu helfen, in Klimawandelanpassung, Katastrophenvorsorge und nachhaltige, CO2-neutrale Entwicklung zu investieren.
Hintergrund: Vor dem Gipfel hatte CARE einen Bericht veröffentlicht, der Klimawandel, Hunger und Geschlechterungleichheit als wesentliche Hürden für nachhaltige Entwicklung und die Beseitigung der Armut benennt. Er ist zum Download verfügbar unter:
http://www.careclimatechange.org/files/advocacy/CARE_OnePlanet_OneFuture_Rio20_Jun2012.pdf
CARE-ExpertInnen in Rio:
Stefan Mielke, Experte für Klimawandel und Ernährungssicherheit: +55 21 8429 0447
sowie Agnes Otzelberger, Expertin für Klimawandelanpassung in Afrika und Geschlechtergerechtigkeit: + 55 21 8660 7385
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