Datum: 11. Mai 2012

CARE zum Muttertag: Zugang zu Verhütungsmitteln, weltweit!


Auch in Österreich sollten Verhütungsmittel auf Krankenschein kein Tabuthema sein

Wien, 11. Mai 2012 - Anlässlich des Muttertages weist CARE Österreich darauf hin, dass mehr als 200 Millionen Frauen und Mädchen in den Entwicklungsländern keinen Zugang zu modernen Methoden der Empfängnisverhütung haben und somit häufig ungewollt schwanger werden. „Mutterschaft muss freiwillig und eine bewusste Entscheidung sein!“, so CARE-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager. Auch in Österreich sollte eine Kostenübernahme der Krankenkassen für Verhütungsmittel kein Tabuthema sein, insbesondere für Jugendliche und sozial Schwache.

 

Während die durchschnittliche Geburtenrate in „entwickelten Ländern“ bei ca. 1,7 Geburten pro Frau liegt, haben Mütter in den ärmsten Ländern der Welt durchschnittlich 4,2, in Afrika südlich der Sahara sogar 4,8 Kinder. Im Niger, dem Land mit der weltweit höchsten Geburtenrate, wo momentan eine Hungerkatastrophe droht, hat jede Frau etwa 7 Kinder – nur 18 Prozent wendeten laut Statistik der Weltbank 2010 Verhütungsmittel an.

 

Jährlich enden Schwangerschaft und Geburt für 350.000 Frauen und Mädchen tödlich. Bei 15 bis 19-jährigen Mädchen in den Entwicklungsländern sind sie die Haupttodesursache. Hätten alle Frauen und Mädchen, die verhüten wollen, die Möglichkeit dazu, würde die Anzahl ungewollter Schwangerschaften um mindestens 70 Prozent sinken und wären jährlich etwa 100.000 Todesfälle vermeidbar. Mädchen, die in vielen Ländern früh verheiratet werden, hätten bessere Chancen, ihre Schulbildung abzuschließen, wenn sie die Möglichkeit hätten, den Zeitpunkt der ersten Schwangerschaft hinauszuschieben. Die Verfügbarkeit von Verhütungsmitteln allein reicht allerdings nicht aus. Das Wissen über die den eigenen Körper ist oft nicht vorhanden – sowohl bei Frauen als auch bei Männern. Erschwerend kommt laut Andrea Wagner-Hager dazu, dass - abhängig von der jeweiligen Kultur – Gespräche über Verhütung und Sex nicht üblich sind: „Deshalb wäre Sexualkundeunterricht für beide Geschlechter schon in den Grundschulen wichtig.“ Auch Ausbildungsprogramme für Frauen und Mädchen, die ihre wirtschaftliche Situation stärken, wirken sich positiv aus.

 

2011 erreichte CARE weltweit 41 Millionen Männer, Frauen und Kinder mit Informationen und Dienstleistungen im Zusammenhang mit Müttergesundheit. In über 20 Ländern bildet CARE Hebammen und Geburtshelferinnen aus, richtet mobile Geburtskliniken ein und berät Regierungen beim Ausbau ihres Versorgungssystems für Schwangere und junge Mütter.

 

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