Das menschliche Gesicht des Klimawandels
Schmelzende Eisberge, hilflose Eisbären, der Darstellung des Klimawandels in unseren Medien fehlt eine wichtige Komponente: Die Auswirkungen des Klimawandels sind für Millionen Menschen längst bittere Realität. Wer arm ist, spürt das besonders. Der Klimawandel ist eine große Bedrohung für Entwicklungsländer, da er ein bedeutendes Hindernis für die Armutsbekämpfung darstellt. Gerade in Afrika sind Dürren, Ernteausfälle und daraus resultierend Unterernährung und Hunger immer häufiger. Krankheiten, die mit mangelnder Ernährung und schmutzigem Wasser in Zusammenhang stehen, werden als Folge des Klimawandels ebenso zunehmen, wie die Zahl der Menschen, die nach Überflutungen, Stürmen oder Hitzewellen mit neuen Gesundheitsrisiken zu kämpfen haben, an extremer Armut leiden oder gezwungen sind ihre Heimat zu verlassen.
[CARE Climate Change Website]
Klimawandel ist ein Menschenrechtsthema
„Afrika produziert die mit Abstand wenigsten Treibhausgase, ist aber von den Auswirkungen am stärksten betroffen“, erklärt der Experte für Klimawandel und Entwicklung von CARE, Charles Ehrhart. „Der Klimawandel ist deshalb nicht nur ein Umweltthema. Er ist ein Menschenrechtsthema.“ Als Mitarbeiter, der laufend in den CARE-Projektländern unterwegs ist, wird Ehrhart täglich und hautnah mit den Auswirkungen konfrontiert: „Viele Menschen in Afrika oder Asien haben noch nie vom Begriff ‚Klimawandel’ gehört, aber sie erklären mir, dass der Regen jedes Jahr spärlicher wird und die Felder kaum mehr einen Ertrag abwerfen. Und sie sorgen sich deshalb um ihre Zukunft.“ Vor allem für Teile Afrikas werden schon bis zum Jahr 2020 Ernteeinbußen um die Hälfte prognostiziert. Die Folgen sind gravierend, inzwischen sind 20 Millionen Menschen aus Klimagründen auf der Flucht.
[weiter zu Teil 2]