Ost Timor: Land der Konflikte
Die Folgen der Jahrzehnte langen indonesischen Herrschaft über Ost Timor sind verheerend: Ein Fünftel der Bevölkerung kam ums Leben, das Land wurde ausgebeutet und der wirtschaftliche Aufschwung verhindert. 1999 stimmte die Mehrheit der Bevölkerung in einem Referendum für die Unabhängigkeit. Die Konsequenz: Gewalttätige Ausschreitungen und rund 300.000 Flüchtlinge, die nach West Timor flohen.
2002: ein Land wird unabhängig
Auch nach der Unabhängigkeit Ost Timors gibt es noch kein stabil funktionierendes Schulsystem und kaum Infrastruktur. Über 40 % der Erwachsenen sind AnalphabetInnen. Der überwiegende Teil der Bevölkerung ist in der Landwirtschaft tätig, doch Dürre und schwere Regenfälle führen zu schlechten Ernteergebnissen. Die Erträge reichen in den meisten Familien nicht aus, um sich zu ernähren: Insgesamt sind 9 % der Gesamtbevölkerung unternährt, 43 % der Kinder unter 5 Jahren sind akut mangelernährt.
CARE hilft nachhaltig
CARE gewährleistet rund 3.000 armen, ländlichen, von Frauen geführten Haushalten in den Bezirken Bobonaro und Liquica im Westen Ost Timors Zugang zu ausreichend Lebensmitteln. In Schulungen lehrt CARE die nachhaltige Nutzung von natürlichen Ressourcen: Wo können welche Produkte angebaut werden, mit welchen Anbaumethoden? Wie werden Samen und Setzlinge optimal verwendet?

CARE initiiert Bauern- und Bäuerinnengruppen
Das vermittelte Wissen wird in Bauerngruppen weitergegeben und gemeinsam Flächennutzungspläne – was darf von wem, wann, wo und wie genutzt werden - erarbeitet. Auch Frauen und Jugendliche werden gezielt eingebunden. Zudem wird in jeder Projektgemeinde eine Frauengruppe über Ernährung, Lebensmittellagerung, Gesundheit und Hygiene informiert. Frauen geben das erworbene Wissen über Gesundheits-Komitees an die Gemeinden weiter. Zusätzlich werden Strategien zur Katastrophenvorsorge erarbeitet: Überflutungssichere Lager werden gebaut und Notfallpläne zur optimalen Verteilung der vorhandenen Ressourcen erstellt.