Ruanda ist eines der ärmsten Länder der Welt. Viele Erwachsene starben während des Bürgerkriegs oder durch HIV/Aids. Laut Schätzungen gibt es rund 2,8 Millionen Kinder und Teenager, die entweder einen oder beide Elternteile verloren haben oder in bitterster Armut leben. Diese Kinder leben oft in so genannten Waisenkinderhaushalten. Das heißt, dass ältere Geschwister die Rolle des Familienvorstandes übernehmen und sich um die Kleineren kümmern müssen.

Wer kümmert sich um die Kleinsten?
Kinder unter 3 Jahren können auf dem Rücken zur Feldarbeit mitgenommen werden, Kinder ab 6 Jahren besuchen in der Regel die Schule. Aber wer versorgt die Drei- bis Sechsjährigen? Ältere Geschwister eines Waisenkinderhaushalts müssen entweder für den Unterhalt Geld verdienen oder gehen selbst noch zur Schule. Haushalte, die nur von einem Elternteil geführt werden, können nicht auf das Einkommen des Erwachsenen verzichten, auch hier bleiben die Kleinsten und Schwächsten auf der Strecke. Viele dieser Kleinkinder sind dadurch physischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt.
Die Kinder haben große Defizite
Kinder, die tagsüber nicht beaufsichtigt sind, können nicht richtig ernährt und in ihrer Entwicklung nicht gefördert werden. Lebensbedrohende Krankheiten, wie Lungenentzündungen oder chronischer Durchfall sind meist die Folge. In Ruanda liegt die Kindersterblichkeit bei 15 Prozent. Viele Kinder leiden auch an sozialen und intellektuellen Defiziten. Ihre sprachliche und geistige Entwicklung ist mangelhaft. In der Schule können sie dadurch dem Unterricht nicht folgen und brechen diese oft ab.

Schutz und Zuwendung
CARE sorgt nun dafür, dass diese Kleinkinder Schutz finden und wie in unseren heimischen Kindergärten gefördert und auf die Schule vorbereitet werden. Im Distrikt Musanze werden 4 neue Kindergärten errichtet, die vor allem Kinder aus Waisenkinderhaushalten sowie von alleinerziehenden Müttern aufnehmen sollen. Die Kinder werden nicht nur ausreichend ernährt, sie bekommen auch all die Aufmerksamkeit und Zuwendung, die gerade in ihren ersten Lebensjahren so wichtig für ihre Entwicklung sind.
Viele ähnliche Schicksale
Die kleine Silvie ist fast 3 Jahre alt. Als sie in den Kindergarten kam war sie unterernährt, verstört und konnte nicht einmal sagen, dass sie auf die Toilette muss. Jetzt, nach ein paar Monaten, geht es ihr körperlich gut, sie beginnt zu sprechen und kann inzwischen auch alleine auf die Toilette gehen. Manche Kinder kommen so geschwächt in den Kindergarten, dass sie nicht einmal mit den anderen spielen können. Durch den nahrhaften Brei, den sie täglich bekommen, erholen sie sich jedoch körperlich sehr rasch. Die liebevolle Betreuung hilft ihnen dabei, sich auch geistig gut zu entwickeln.