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Ruanda: NKUNDABANA - Die, die Kinder lieben

CARE-Österreich Mitarbeiterin Christine Pendl mit Waisenkindern in Ruanda

Ruanda: Zerstörtes soziales Gefüge
Ruanda ist eines der ärmsten Länder der Welt. Ethnische Spannungen führten 1994 zu einem Bürgerkrieg, in dem innerhalb von 100 Tagen 800.000 Menschen getötet und 2 Millionen aus dem Land vertrieben wurden. Die Folgen des Bürgerkriegs und der Genozide sind nach wie vor traumatisch, das soziale Gefüge der meisten Menschen ist zerstört. Dazu kommt die Gefährdung der Bevölkerung durch die rasche Ausbreitung von HIV/AIDS.
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Über 400.000 Waisenkinder
Sowohl durch den Genozid als auch durch die hohe HIV/AIDS-Rate gibt es in Ruanda eine erschreckend hohe Anzahl an Waisenkindern. Nach Schätzungen gibt es ungefähr 422.000 Waisenkinder - manche von ihnen sind für bis zu 4 Geschwister verantwortlich. Rund 42% der Bevölkerung sind unter 14 Jahre jung. Laut UNICEF wurden 95% aller Kinder in Ruanda Zeugen von Gewalt und Tod, oft von ihren eigenen Familienmitgliedern; es wird vermutet, dass bis zu 600.000 Kinder in Ruanda Symptome schwerer Traumatisierung zeigen.
VIDEO: CARE-Projekt für Waisenkinder in Ruanda

MentorInnen für Kinder - "Nkundabana"

Die Hilfe für Waisenkinder wird von CARE Österreich in Ruanda seit 1998 aufgebaut. Das aktuelle Projekt fokussiert die Regionen Musanze, Ruhango, Muhanga und Kamonyi. Mindestens 9000 Waisenkinder, die bisher ganz auf sich allein gestellt waren und in größter Armut leben, sollen von "Nkundabana" betreut werden. „Nkundabana“ bedeutet: „Die, die Kinder lieben“. Sozial motivierte Dorfmitglieder, von den Kindern selbst gewählt, werden zur/m MentorIn eines Waisenkinder-Haushalts. 700 MentorInnen werden ausgebildet, um die jugendlichen Familienvorstände in ihrer Entwicklung und bei der Bewältigung ihrer täglichen Probleme zu unterstützen. Zusätzlich werden sie durch ein psychosoziales Training darin geschult, Traumata zu erkennen und den Kindern bei deren Bewältigung beizustehen.

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Schulbesuch, Handwerk und Lebensunterhalt
Um den Kindern aus der Armut zu helfen, schenkt CARE den Kindern Ziegen. Für den Eigenbedarf behalten sie Milch und Milchprodukte, Überschussproduktion sowie Zicklein verkaufen sie weiter. So konnte ein Mädchen mithilfe der Ziegen, die sie von CARE bekam, die Operation ihres Bruders ermöglichen (siehe Bild rechts).

Weiters ermöglicht CARE den Kindern den Schulbesuch, übernimmt Schulgebühren und die Kosten für Schuluniform, Bücher und Schreibutensilien. Jugendliche erhalten die Chance auf eine fundierte Ausbildung in verschiedenen Handwerksberufen: TischlerInnen und MaurerInnen werden in Ruanda ebenso gebraucht wie ElektrikerInnen, MechanikerInnen oder SchneiderInnen. Mit einer abgeschlossenen Ausbildung haben die Kinder später gute Aussichten auf ein selbstfinanziertes Leben. Die am Projekt beteiligten Kinder haben außerdem vielleicht zum ersten Mal in ihrem Leben die Möglichkeit auf "Spiel und Erholung". Während der von CARE organisierten "FUN-DAYS" geht es nur um Sport, Spaß und Spiel.

Lobbying, Rechtsbeistände und Mikrokredite
Aber auch auf anderen Ebenen greift das CARE-Projekt zugunsten der Waisenkinder ein. So werden Regierungsmitglieder für die Probleme der Waisenkinder sensibilisiert, Nkundabana sowie andere Gemeindemitglieder in Kinderrechten geschult, auch Rechtsbeistände für die Kinder werden ausgebildet. Diese können Ihnen dann z.B. helfen, wenn sich Verwandte unrechtmäßig ihr Land zu eigen gemacht haben. Darüber hinaus werden Village Saving and Loans Gruppen gegründet, die – analog zu Mikrokrediten – den ärmsten Menschen helfen, sich eine Existenz aufzubauen.


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Kathrin Pauschenwein

Mag.a Kathrin Pauschenwein
Projektreferentin

Projektfinanzierung
EU, OEZA, CARE Österreich

EU gefördert durch die OEZA

Ruanda, Mädchen mit CARE-Ziege
Ruanda, Mädchen mit CARE-Ziege
Weltkarte Ruanda
Ruanda
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