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CARE fordert klares Bekenntnis: Gewalt gegen Frauen beenden

UN-Resolution 1820 auf internationaler und nationaler Ebene umsetzen

Wien, 5. März 2009 – „Gewalt gegen Frauen nimmt gerade in Konfliktregionen unerträgliche Ausmaße an“, erklärt die Geschäftsführerin von CARE Österreich, Ulrike Schelander, zum internationalen Frauentag. „Für viele Frauen ist die Gewalt aber selbst nach Friedenschluss nicht vorbei: Die Täter werden nicht verfolgt und die häusliche Gewalt gehört zum Alltag einer Frau“, ergänzt sie. Mit der Resolution 1820 hat der UN-Sicherheitsrat im vergangenen Jahr ein deutliches Signal zur Bekämpfung der Gewalt gegen Frauen in Konfliktgebieten gesetzt. „Papier ist geduldig und schöne Worte allein helfen den Frauen nicht. Die Resolution muss umgesetzt werden – auf internationaler Ebene genauso wie auf nationaler.“

In Burundi, wo Frauen nach jahrelangem Bürgerkrieg immer noch in hohem Maß häuslicher Gewalt ausgeliefert sind, fordern Frauenorganisationen nationale Gesetze, die den Frauen ihre Rechte geben und eine Verfolgung der Täter sicherstellen.

Wie in Burundi begegnen die Frauen auch in vielen anderen Konfliktregionen den Tätern weithin auf der Straße. Die Gewalttäter bleiben oft unbehelligt. „Für die Frauen heißt das, permanent in Angst leben zu müssen“, beschreibt Schelander die Situation. Ein Beispiel dafür ist auch Kenia: Bei den Unruhen vor einem Jahr wurden nach Schätzungen mehr als 3000 Frauen vergewaltigt. Bis heute wurde erst viermal Anklage erhoben, zu einer Verurteilung kam es bisher noch nicht.

„Gewalt gegen Frauen muss mit allen Mitteln bekämpft werden. Die internationale Staatengemeinschaft genauso wie die Nationalstaaten müssen sich klar dazu bekennen“, erklärt Schelander und ergänzt, dass die Folgen weitreichend sind: „Frauen leiden unter den erlittenen Traumata meist ein Leben lang. Nicht selten werden sie dann auch noch von ihrer Familie verstoßen und damit ein zweites Mal zum Opfer gemacht.“

CARE hilft den betroffenen Frauen und Mädchen in den Konfliktregionen mit medizinischer und psychosozialer Betreuung. In Nord-Uganda, wo nach mehr als 20 Jahren Bürgerkrieg heute ein brüchiger Friede herrscht, können Frauen in einem CARE-Projekt, das von der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit finanziert wird, ihre Traumata unter anderem mit Musik und Tanz aufarbeiten. „Durch die gemeinsamen, positiven Aktivitäten sind viele Frauen überhaupt erst in der Lage, über das Erlittene zu sprechen“, erklärt Ulrike Schelander. Auch in Burundi oder Nepal finden Frauen, die Gewalt erfahren mussten, im Rahmen von CARE-Projekten eine Anlaufstelle.

Video:
CARE bietet ein fünfminütiges Video zu
“Kenia – ein Jahr danach. Frauen verlangen Gerechtigkeit”
in zwei Versionen an:
vertont in deutscher Sprache - www.care.at/video
bzw. als Rohschnitt.

Für weitere Informationen, Bildmaterial oder Interviews wenden Sie sich bitte an:
Mag. Angelika Rädler, 01/715 0 715-39 oder 0676/83 715 1 715
E-Mail: angelika.raedler(at)care.at

CARE zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen: 14.500 MitarbeiterInnen arbeiten in über 70 Projektländern an der Vision einer Welt ohne Armut. CARE blickt auf mehr als 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat allgemeinen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Der Sitz der internationalen Hilfsorganisation ist Genf. CARE Österreich betreut derzeit etwa 30 Projekte in Afrika, Asien, Südamerika und Südosteuropa und ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet.



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