Die Anzahl der Betroffenen ist bereits höher als jene des Tsunamis in Südasien 2004, des Südasien-Erdbebens 2005 und des Haiti Erdbebens 2010 zusammen. Dennoch sind die bereitgestellten Geldmittel weit von jenen entfernt. Bis jetzt wurden UN und internationalen Hilfsorganisationen lediglich 58 Mio. für die Flutopfer beigestellt. "Zum Vergleich: bereits in der zweiten Woche nach dem Erdbeben in Haiti konnten 241 Mio. Dollar zur Verfügung gestellt werden", so Wagner-Hager.
"Hinsichtlich der benötigten Mittel sind die Überschwemmungen eine schwierige Notsituation. Neben einer gewissen Spendenmüdigkeit seit dem Erdbeben in Haiti erscheinen anhaltende Überflutungen nicht so spektakulär wie ein Erdbeben. Auch die riesige Zahl von 14 Mio. Betroffenen ist für private Spender schwer zu fassen", erklärt Waleed Rauf, Country Director von CARE in Pakistan. "Bisher wurden im Vergleich zu Haiti lediglich ein Viertel der Mittel bereitgestellt. Solange die zur Verfügung gestellten Mittel nicht erhöht werden, arbeiten wir mit gebundenen Händen."
Eine Katastrophe dieser Größenordnung erfordert die aktive Einbindung von lokalen und internationalen Hilfsorganisationen. "Wenn die Hilfe nicht schnell anwächst, besteht das Risiko einer zweiten Welle von Toten durch Seuchen und Krankheiten", so Rauf.
Nach Schätzungen der pakistanischen Regierung sind mehr als 700.000 Häuser schwer beschädigt oder zerstört, in der Folge bis zu fünf Millionen Menschen obdachlos. Gravierende Mängel gibt es weiterhin bei Zelten, Nahrungsmitteln und der medizinischen Versorgung.
CARE hat bisher 5 Mio. US-Dollar eingesetzt, um 100.000 Menschen zu helfen. Bisher wurden Materialien zum Bau von Unterkünften sowie dringend benötigte Güter wie Moskitonetze, Plastikplanen, Wasserentkeimungstabletten, Hygiene-Kits und Kochsets an mehr als 4.000 Menschen in den am schlimmsten betroffenen Regionen Swat, Charsadda and Nowshera verteilt. Von CARE betriebene mobilen Kliniken haben 5.000 Menschen ärztlich versorgt.
CARE zählt zu den weltweit größten internationalen Hilfsorganisationen: 14.500 MitarbeiterInnen arbeiten in über 70 Projektländern an der Vision einer Welt ohne Armut. CARE blickt auf mehr als 60 Jahre Erfahrung im Bereich der Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit zurück, hat allgemeinen Beraterstatus bei den Vereinten Nationen und ist politisch und weltanschaulich unabhängig. Der Sitz der internationalen Hilfsorganisation ist Genf. CARE Österreich betreut derzeit etwa 30 Projekte in Afrika, Asien, Südamerika und Südosteuropa und ist mit dem Österreichischen Spendengütesiegel ausgezeichnet.
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