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Armutsbekämpfung ist der Schlüssel im Kampf gegen HIV/Aids

„Soziale Impfstoffe“ zum Schutz der Schwächsten der Gesellschaft – Frauen und Kinder – nötig.

(Wien, 20. Juli 2010) – Anlässlich der derzeit in Wien stattfindenden Welt-Aids-Konferenz hat CARE Österreich heute ein Pressegespräch mit internationalen Gästen unter dem Titel „Fighting Poverty – Fighting Aids“ abgehalten. Neben der Gastgeberin, CARE Österreich-Geschäftsführerin Dr. Andrea Wagner-Hager, nahmen daran Dr. Anton Markmiller, Geschäftsführer von CARE Deutschland, Dr. Auma Obama vom CARE USA East and Central Regional Office in Kenia sowie die Präsidentin von CARE USA, Dr. Helene Gayle teil.

CARE Österreich-Geschäftsführerin Andrea Wagner-Hager erinnerte daran, dass Afrika südlich der Sahara weiterhin am stärksten von HIV/Aids betroffen ist und gab einen Überblick über die Anstrengungen von CARE im weltweiten Kampf gegen HIV/Aids. Im Rahmen ihres HIV-Programms betreibt die Organisation Projekte in mehr als 40 Ländern. “HIV/Aids ist besonders für Frauen und Mädchen, die in armen Regionen speziell unterprivilegiert sind, ein nur schwer zu durchbrechender Teufelskreis“, erklärte Wagner-Hager. „Neben den wichtigen medizinischen Maßnahmen – wie z.B. dem Zugang zu Medikamenten und Behandlung – braucht es vor allem „soziale Impfstoffe“, um Armut und Unwissenheit nachhaltig zu bekämpfen. Denn heute entscheidet die Region, in der ein HIV-infizierter Mensch lebt entscheidend darüber, wie sein weiteres Schicksal und seine Erkrankung verlaufen werden. Denn für arme Länder ist die medikamentöse Behandlung von HIV/ Aids meist nicht bezahlbar“ kommentiert Wagner-Hager.

Dort, wo Frauen und Mädchen keine Möglichkeit haben eine Schule zu besuchen, wo sie praktisch keine Rechte haben und wo ihr Leben fremdbestimmt ist, wo sie wehrlos häuslicher und sexueller Gewalt ausgesetzt sind, dort ist es für diese Frauen und Mädchen nur schwer möglich aus dem fatalen Kreislauf von Unterdrückung, Ohnmacht und HIV- Ansteckung auszubrechen. „Die Stärkung von Frauen und Mädchen auf allen gesellschaftlichen Ebenen ist der wichtigste Weg, die Prävention von HIV effektiver zu machen. Das ist das zentrale Anliegen von CARE Österreich“, so Wagner-Hager weiter.

Anton Markmiller, Geschäftsführer von CARE Deutschland, berichtete von den Erfahrungen, die CARE in Südafrika mit HIV/Aids-Projekten gemacht hat und betonte die Notwendigkeit,  Kindern und Jugendlichen Auswege aus einem von Armut und Gewalt geprägtem Alltag anzubieten. „Sportprojekte mit Kindern und Jugendlichen sind eine echte Alternative zum Leben auf der Müllkippe, im Slum und auf der Straße. Wer einmal erfahren konnte, dass Mannschaftsgeist zählt, dass es gilt, Freundschaften zu schließen und dass es dabei auf jeden einzelnen ankommt, der nimmt sein Leben in die eigene Hand und das ist ein guter Weg aus Lethargie und Fatalismus. „Kick it - choose life“ heißt deshalb der Slogan des CARE-Projektes im Township in Soshanguve, Südafrika.

Auma Omaba präsentierte das von ihr in Kenia geleitete Projekt „Sport for Social Change“, in der sie rund 35 Organisationen koordiniert, die mit einigen tausend Kindern und Jugendlichen arbeiten. „Es geht darum, Kindern und Jugendlichen eine Richtung aufzuzeigen, ihnen Wege zu eröffnen. Viele Kinder kommen aus schwierigen familiären Situationen. Wir nutzen Sport als Mittel, uns mit Themen und Problemen auseinanderzusetzen. Sport wirkt dabei als Spiegelbild des Lebens. Vor allem junge Frauen haben es in Kenia schwer, eine gute Ausbildung zu bekommen und ein ordentliches Einkommen zu verdienen. Wir geben ihnen über das Vehikel Sport die Möglichkeit dazu. Es geht nicht darum, die Beste in Fußball zu sein, sondern das Selbstbewußtsein der Mädchen“, beschreibt Obama die Zielsetzungen der Initiative.

Die Präsidentin von CARE USA, Helene Gayle, betonte die Notwendigkeit, weiterhin alle verfügbaren Mittel einzusetzen, um die Ausbreitung von HIV zu reduzieren und für entsprechende Behandlung von HIV-Infizierten zu sorgen, um einen nachhaltigen Beitrag zum Kampf gegen Aids zu setzen. „Dazu ist ein ganzheitlicher Ansatz nötig, der das Risiko der am stärksten bedrohten Bevölkerungsgruppen reduziert, im speziellen Mädchen und Frauen. Es ist entscheidend, Unterstützungen anzubieten, die die spezifischen Bedürfnisse von Mädchen und Frauen in allen Aspekten ihres Lebens berücksichtigen. So brauchen etwa Schwangere Zugang zu Medikamenten und zu Programmen für sichere Mutterschaft und frühkindliche Entwicklung. Eine Verbindung solcher Services mit Familienplanung und HIV-Präventionsprogrammen wäre eine umfassendere Antwort auf die Bedürfnisse von Frauen und Mädchen“, erklärte Gayle.

FOTO: Am Podium: Dr. Anton Markmiller, Dr. Auma Obama, Dr. Andrea Wagner-Hager, Dr. Helene Gayle.

Rückfragen und weitere Informationen:
Thomas Hohenberger, Referent für Presse und Medien. T.: 01/7150715-39
E-Mail: thomas.hohenberger(at)care.at

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