Afghanistans Kinder sterben - und keiner schaut hin!
Vor UN-Sicherheitsratsdebatte über „Kinder und bewaffnete Konflikte“ macht neuer Bericht auf die alarmierende Lage der Kinder in Afghanistan aufmerksam.
Kabul, New York, Wien, 14.6.2010: Die Lage der Kinder in Afghanistan ist dramatisch, wie ein neuer Bericht der „Watchlist on Children and Armed Conflict“ – einer internationalen NGO-Gruppe, die von CARE mitbegründet wurde - eindrücklich belegt:
2009 wurden mehr als 1000 Kinder durch Luftangriffe, Selbstmordanschläge, Landminen und andere Sprengkörper getötet. Tausende Kinder wurden Opfer von Vertreibung, Vergewaltigung und sexueller Gewalt, Zwangsverheiratung oder der Rekrutierung als Kindersoldaten. Im gleichen Jahr verzeichnete Afghanistan die höchste Angriffszahl auf Bildungseinrichtungen weltweit – die UN dokumentierten 610 Anschläge gegenüber 348 im Jahr zuvor.
Trotz dieser alarmierenden Zahlen scheint der Schutz der Kinder für die afghanische Regierung und die sie unterstützenden Regierungen keine Priorität zu sein: Das Abschlussdokument der Londoner Afghanistan-Konferenz vom Jänner 2010 ging auf ihre Bedürfnisse mit keinem Wort ein. Stattdessen wurde ein Amnestiegesetz für Kriegsverbrecher auf den Weg gebracht, das von Nichtregierungsorganisationen heftig kritisiert wird. Auch die UN nehmen den Schutz der Kinder bis jetzt nicht ernst genug – sie haben in Afghanistan nur einen einzigen Child Protection Advisor stationiert.
„Millionen Kinder gehen aus Angst vor Übergriffen nicht zur Schule. Jede halbe Stunde kommt eine Mutter bei der Geburt ihres Kindes ums Leben, weil es keine medizinische Versorgung gibt. Und eines von vier Kindern stirbt, bevor es fünf Jahre alt wird – das ist einfach unvorstellbar. Solange sich daran nichts ändert, kann von erfolgreichen Friedensbemühungen nicht die Rede sein", so Andrea Wagner-Hager, Geschäftsführerin von CARE Österreich.
Der globale Kampf gegen Verbrechen an Kindern ist laut Bundesminister Spindelegger ein Hauptanliegen der österreichischen Mitgliedschaft im UN-Sicherheitsrat. Wenn dieser am 16. Juni über die Lage von Kindern in Konfliktregionen diskutiert, sollte Afghanistan ganz oben auf der Tagesordnung stehen.
Detailinformationen:
Den 70-seitigen Bericht „Setting the Right Priorities: Protecting Children Affected by Armed Conflict in Afghanistan" sowie eine englische Zusammenfassung finden Sie auf
www.watchlist.org
„Bildung unter Beschuss. Angriffe auf Bildungseinrichtungen in Afghanistan," siehe:
Rückfragen bitte an:
Eva Smets, Watchlist on Children and Armed Conflict (New York)
+1 212-551-2743 or +1 646-943-3798 (mobile)
email: evas@watchlist.org
Angelika Gerstacker, CARE Österreich (Wien)
(+ 43 1) 7150715 – 52,
email: angelika.gerstacker@care.at
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The Watchlist on Children and Armed Conflict strives to end violations against children in armed conflicts and to guarantee their rights. As a global network, the Watchlist builds partnerships among local, national and international non-governmental organizations, enhancing mutual capacities and strengths. Working together, we strategically collect and disseminate information on violations against children in conflicts in order to influence key decision-makers to create and implement programs and policies that effectively protect children.