25 km Umweg zum Arzt
Die Barriere, die die BewohnerInnen von Spital und Klinik im nur wenige Kilometer entfernten Hebron trennt, ist die Umzäunung der israelischen Siedlung Kiryat Arba auf der einen und eine Umfahrungsstraße, die für PalästinenserInnen gesperrt ist, auf der anderen. Der Umweg nach Hebron beträgt 25 Kilometer – plus Wartezeit am Checkpoint. Durch die Beschränkungen verlieren die Menschen von Baqaa’ nun wertvolle Zeit auf dem Weg zum Arzt. Mit einem fiebrigen Kind, mit Bronchitis oder einem verstauchten Knöchel viel Zeit.
Die Suche nach Örtlichkeiten
Mit finanzieller Unterstützung der Abteilung für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission fand CARE eine Lösung für das isolierte Dorf: Weil es in dieser Gegend sehr schwierig ist, eine Baubewilligung zu bekommen, wurde mit Hilfe der Gemeinde das Haus von Jawaher Jaber als „Klink“ ausgewählt: Die Mutter stellt nun ein Zimmer ihres Hauses wöchentlich als Behandlungsraum bereit.
Die mobile Klinik
Gegen Mittag erfüllt die Gespräche der PatientInnen und des medizinischen Teams das Haus der Jabers. Im überfüllten Innenhof wiegt eine junge Mutter ihr 3 Wochen altes Baby, während eine andere ihr fieberndes Kleinkind tröstet. Ein älteres Ehepaar wartet auf die Blutdruck-Messung, Rezepte werden ausgestellt. „Wir brauchen medizinische Betreuung“, sagt Jawaher Jaber, während sie eine ihrer Töchter ein wenig zur Seite nimmt, um den Weg zum „Behandlungszimmer“ zu zeigen: Ein quadratischer Raum mit glattem Boden, der leicht gereinigt werden kann.
"Wir tun, was wir können"
„Hier werden die Patienten untersucht“, sagt sie stolz. Die mobile Klinik, die hier dank CARE jede Woche Station macht, stellt die grundlegende medizinische Versorgung für die etwa 1.000 Menschen sicher. „Die meisten Menschen achten zu wenig auf ihre Gesundheit, bis sie krank sind“, konstatiert der Arzt Dr. Alla’eden Shalalda. „Wenn die Menschen hier nicht so abgeschnitten wären, würde ich mich besser fühlen. Aber wir tun zumindest, was wir können.“
| Mit finanzieller Unterstützung der Abteilung für Humanitäre Hilfe der Europäischen Kommission. |










