CARE Patenschaften
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Warten auf den Frieden

Frauen warten auf die Verteilung von Lebensmitteln und Wasser.

Zeriba Bouch mit ihren Kindern Ikbal und Radia.

Werden die Zwillinge stark genug sein zum Überleben?

Keine Toiletten: In den Flüchtlingslagern herrscht akute Seuchengefahr.

Die humanitäre Katastrophe in Darfur ist aus den Schlagzeilen verschwunden. Dabei schwelt der Konflikt heute schlimmer denn je und erschwert die notwendige Arbeit von Hilfsorganisationen vor Ort.

Kinder ohne Namen
Zeriba Bouch hat ihren Zwillingen noch keinen Namen gegeben. Das will die 22-Jährige, so sagt sie, erst in einer Woche riskieren. Dann, wenn die einen Tag alten Säuglinge ein bisschen kräftiger sind. Die beiden liegen auf dem nackten, schmutzigen Boden, versteckt unter einer Decke. Außer Zeriba drängen sich noch ihre Mutter und ihre anderen drei Kinder in der Unterkunft. Lebensmittel und Wasser sind hier knapp. Krankheiten wie Durchfall oder  Malaria treffen besonders die, die schwach sind.

Alles verloren
Zeriba ist eine von rund 200.000 Flüchtlingen, die aus ihrer Heimat Darfur im Sudan vor den gewalttätigen Milizen in ein Flüchtlingscamp in den Tschad geflohen sind. „Sie haben unser Haus angezündet“, sagt sie mit leiser Stimme. „Es ist vor meinen Augen niedergebrannt. Also habe ich die Kinder gepackt und bin losgerannt. Unsere Viehherde haben uns die Milizen weggenommen. In einer Nacht haben alles verloren“, erzählt sie weiter.

2 Millionen auf der Flucht
Zerbia war gerade hochschwanger, als sie und ihre Familie zu Fuß die anstrengende Reise in den Tschad unternahmen. 2 Millionen EinwohnerInnen sind noch immer auf der Flucht im eigenen Land. Seit 4 Jahren schwelt der blutige Konflikt zwischen Regierung und Rebellentruppen. Trotz des Friedensabkommens vom Mai 2006 hat sich die Lage der Menschen in Darfur nicht verbessert. Im Gegenteil. Die drei von CARE betreuten Flüchtlingslager erleben seit einigen Monaten einen erneuten, dramatischen Ansturm.

Flüchtlingslager am Limit
„Flüchtlingscamps wie das in Kalma gelangen mit 90.000 Menschen an ihre Grenzen”, so Thomas Schwarz, Pressesprecher von CARE Deutschland. Nur 5 Liter Wasser hat derzeit ein Flüchtling zur Verfügung – zum Trinken, Waschen und Kochen. Bis zu 80% der neu ankommenden Flüchtlinge haben keine Toiletten, die Seuchengefahr ist hoch. Auch die Gewalt gegen Frauen in den Camps hat stetig zugenommen. Im Sommer letzten Jahres wurden über 200 Frauen systematisch angegriffen oder vergewaltigt.

Sehnsucht nach Frieden
Paul Barker, CARE-Leiter im Sudan, möchte nichts beschönigen: „Die aktuelle Unsicherheit in diesem Land macht uns die Arbeit sehr schwer. Banden und Rebellen sind eine große Gefahr. In manchen Gegenden müssen wir unsere Arbeit komplett einstellen.“ CARE kümmert sich daher neben der Trinkwasser-, Nahrungs- und Gesundheitsversorgung auch intensiv um den
Aufbau des Friedens. An sogenannten Friedens-Tagen kommen ethnische Gruppen zusammen und diskutieren ihre Ideen für einen möglichen Weg zu Einigkeit. Denn die Sehnsucht nach Frieden teilen alle.