Wissen über Cholera verbreitet sich
„Wenn man durch die Dörfer fährt, merkt man, wie rasch die Menschen gelernt haben, wie sich die Cholera verbreitet und wie die Ansteckung verhindert werden kann. In vielen Orten geben sie sich nicht mehr die Hand, sondern berühren einander mit geballter Faust“, erzählt CARE Australien-Geschäftsführerin Julia Newton-Howes ihren Eindruck aus den Cholera-Gebieten Simbabwes. „Aber solange die Menschen ihr Trinkwasser aus den Flüssen holen und im Gebüsch auf die Toilette gehen, bleiben sie gefährdet. Deutlich mehr Frauen als Männer erkranken, weil sie diejenigen sind, die fürs Wasserholen zuständig sind.“
CARE-Spendenkonto: PSK 1.236.000 (BLZ 60.000)
Bestattungs-Ritual
Die zweite große Gefahrenquelle sind Beerdigungen. Traditionell erweisen die Menschen den Toten die letzte Ehre, indem die Leiche offen aufgebahrt wird. Diesen Brauch zu unterbinden, führt bei vielen Familien in Simbabwe zu großem Unmut. „Ich traf einen Sozialarbeiter, dem die Erschöpfung ins Gesicht geschrieben stand. Er nahm persönlich an Beerdigungen teil, um sicher zu stellen, dass der Leichensack nicht geöffnet wurde“, erzählt Julia Newton-Howes weiter.
Doppelte Bedrohung durch Hunger
Simbabwe leidet auch unter der galoppierenden Inflation. Viele Menschen haben keine Arbeit und hungern. Die Wirtschaftskrise hat außerdem dazu geführt, dass die Bevölkerung mobiler geworden ist, was wiederum die Ausbreitung der Cholera verstärkt. „Mehr als 5 Millionen Menschen, fast die Hälfte des Landes, sind von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Doch die Massenverteilungen sind ein Nährboden für die Ausbreitung der Cholera,“ erklärt Fridah Kalumba, stellvertretende Leiterin von CARE in Simbabwe. CARE nützt die Verteilungen zusätzlich auch zur Hygieneaufklärung.![]()
CARE-Hilfe in Simbabwe
CARE führt seit 1992 Projekte in Simbabwe durch und verteilt derzeit in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm der UNO jeden Monat Nahrung an 900.000 Menschen. Um die Ausbreitung der Cholera zu verhindern, arbeitet CARE derzeit mit 600 MitarbeiterInnen in den Provinzen Masvingo und Midlands langfristig an der Instandsetzung von Wasserstellen, der Hygiene-Aufklärung und der Verteilung von Hygiene-Paketen für insgesamt 500.000 Menschen.
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