Massengräber
„Als wir uns dem Dorf nähern, sehen wir 60, vielleicht 70 Leichen, viele ganz kleine Körper, notdürftig bedeckt. Ein Massengrab wird von zwei staatlichen Gräbern gerade ausgehoben, ein anderes geschlossen. Alleine in diesem Dorf forderte das Beben fast 200 Menschenleben. Ich treffe einen Mann, der 4 Töchter hatte. Alle hatten in einem Raum geschlafen, alle 4 musste er händisch aus dem eingestürzten Haus bergen. Er zeigt mir die Ruine seines Hauses und weint.
Nachbeben
Das ganz Dorf ist erstarrt vor Schock, der Wind bläst, es ist eisig kalt. In der Nacht wird es frieren, aber es steht kein einziges Haus mehr im Dorf. Ich sehe kleine Kinder am Boden sitzen, notdürftig bekleidet, ohne Decken in der Kälte. Wie werden sie die Nacht überleben? Plötzlich schreien Menschen auf und ich falle beinahe im Stehen um, so stark ist das Nachbeben. Riesige Felsbrocken stürtzen von den Bergen, die felsige Landschaft scheint sich rund um mich herum zu bewegen.
CARE-Hilfe ist unterwegs
Meine MitarbeiterInnen und ich machen uns ein Bild von der Situation und veranlassen sofort die Verteilung von Zelten, Hygiene-Paketen und Küchenutensilien. Doch die Straßen sind schwer passierbar und heimtückisch, der Transport ist eine Herausforderung. Neben der Unterkunft werden am dringendsten Lebensmittel, Trinkwasser und medizinische Hilfe benötigt. Wir stellen bereits ein medizinischen Hilfsteam zusammen, das in die Dörfer fährt und Verwundete versorgt.
Bitte helfen auch Sie den Opfern des Erdbebens in Pakistan!
Der Winter hat bereits begonnen und nachts sinken die Temperaturen auf unter den Gefrierpunkt. Ich danke Ihnen für Ihre Hilfe.“
Pakistan, 29. Oktober 2008, Hasan Mazumdar, Länderdirektor von CARE in Pakistan










